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Monatliche Information zu den Kapitalmärkten für den Handelsmonat Dezember 2025
Notenbanken zum Jahresschluss noch einmal im Blickpunkt
Im Dezember zeigte sich das Geschehen an den Finanzmärkten vor dem Hintergrund der Feiertage und einer gegen Jahresende rückläufigen Liquidität von seiner ruhigeren Seite. Thematisch gaben im Berichtsmonat die Notenbanken den Ton an. Dabei agierten sie recht unterschiedlich. Während die Europäische Zentralbank (EZB) das Zinsniveau wie erwartet unverändert beibehielt, erhöhte die japanische Notenbank (Bank of Japan, BoJ) den Leitzins auf den höchsten Stand seit drei Jahrzenten. Leitzinssenkungen erfolgten hingegen neben der US-Fed auch durch die Bank von England (BoE), die in einer knappen Entscheidung um 25 Basispunkte auf 3,75 Prozent reduzierte.
US-Fed mit dritter Zinssenkung in Folge
Mit der dritten Leitzinssenkung in Folge hat die US-Notenbank Fed im Dezember die Fed Funds-Rate um 25 Basispunkte auf ein Zielband 3,5 bis 3,75 Prozent reduziert. Dies entsprach den Erwartungen der Marktteilnehmer. Die Entscheidung innerhalb des Notenbank-Komitees (FOMC) fiel - ebenfalls wie erwartet - nicht einstimmig aus. Darüber hinaus war die Zinssenkung mit einer Botschaft von Fed-Chef Powell versehen: Die Phase der Risk Management-Zinssenkungen sei nun vorbei. Eventuelle künftige Zinssenkungen würden nun stark von der weiteren wirtschaftlichen Entwicklung abhängen. Die neuen Makro-Projektionen der Fed zeichnen weiterhin ein konstruktives Bild der US-Wirtschaft. So wurden die Wachstumserwartungen bis 2027 nach oben revidiert. Insgesamt ist die letzte Botschaft der Fed im Jahr 2025 als leicht restriktiv zu werten. Fundamental halten wir weitere Zinssenkungen durch die Fed aus derzeitiger Sicht für nicht erforderlich. Aus politischem Interesse ist aber im zweiten Halbjahr 2026 unter einem neuen Fed-Vorsitz mit einer expansiveren Geldpolitik zu rechnen, als dies aus rein fundamentaler Sicht angemessen wäre. Diese Zinssenkungen sind Ausdruck einer schleichenden Aushöhlung der Fed-Unabhängigkeit. Der Leitzins dürfte unserer Einschätzung zufolge Ende 2026 somit bei 3,0 bis 3,25 Prozent liegen.
Kapitalmarktjahr 2025: Von politischen Rahmenbedingungen geprägt
Mit Blick auf das nun zurückliegende Kapitalmarktjahr 2025 waren die Veränderungen der politischen Rahmenbedingungen prägend. Nach den Zollandrohungen und der undifferenzierten Suche nach Sparpotenzialen in den US-Behörden zu Jahresbeginn schickte die US-Regierung Anfang April die Kapitalmärkte durch die Ankündigung weltweit reziproker Zölle auf Talfahrt. Diese wurden aufgrund fallender Kurse von US-Staatsanleihen kurze Zeit später wieder ausgesetzt, worauf eine Erholung einsetzte. Dank der Vereinbarung bilateraler Zollabkommen zwischen den USA und vielen Ländern, der Aussicht auf Zinssenkungen der Fed und der Zerstreuung von Sorgen um Zurückhaltung bei Künstliche-Intelligenz-Investitionen stiegen viele Aktienmärkte im weiteren Jahresverlauf auf neue Allzeithöchststände. Weltweit wurde das Jahr überwiegend mit zweistelligen Zuwächsen beendet. Durch die starke Abwertung des US-Dollar fielen die Zuwächse nach Umrechnung in Euro aber deutlich niedriger aus. Auch die Rentenmärkte legten 2025 in der Breite zu, die Risikoaufschläge von Unternehmens- und Schwellenländeranleihen sanken. Während Gold von Investoren und Zentralbanken gesucht war und auch die Preise anderer Metalle stiegen, lastete ein überversorgter Weltmarkt erneut auf dem Ölpreis.
Erfreulicher Jahresausklang an den europäischen Aktienbörsen
Im Dezember konnten sich die europäischen Aktienmärkte deutlich besser entwickeln als ihre US-amerikanischen Pendants. So wiesen die großen US-Indizes wie S&P 500 oder Nasdaq 100 entweder leichte Verluste auf oder lagen, wie der Dow Jones Industrial Average mit 0,7 Prozent Zuwachs, nur leicht im Plus. Allergings gelang es sowohl dem S&P 500-Index als auch dem Dow Jones Industrial Average, noch kurz vor Jahresende ein neues historisches Hoch zu erzielen. Der Nasdaq 100-Index blieb hingegen im Dezember unter seinem bisherigen Höchststand. Eine anhaltende Verunsicherung in Hinsicht auf die Profitabilität der umfangreichen Investitionen der KI-Unternehmen hat bis zuletzt zu einer stärkeren Zurückhaltung bzw. Vorsicht unter den Anlegern geführt. Im Euroraum stellte sich die Lage im letzten Handelsmonat des nun zurückliegenden Jahres positiver dar. So konnten etwa der marktbreite STOXX Europe 600-Index und der DAX 40 mit jeweils einem Plus von 2,7 Prozent ein positives Handelsjahr 2025 beenden.
Erfreuliche Kurszuwächse im Gesamtjahr
Insgesamt verzeichneten die globalen Aktienbörsen Jahr 2025 erneut erfreuliche Kurszuwächse. Prägend für das Kapitalmarktjahr waren die Veränderungen der politischen Rahmenbedingungen. Bereits zu Jahresbeginn sorgte die neue US-Regierung mit Zollandrohungen für Nervosität. Dagegen verbesserten sich in Europa die (wirtschafts-)politischen Voraussetzungen, unter anderem mit dem Beschluss der deutschen Bundesregierung, hohe Investitionen in Infrastruktur und Verteidigung zu tätigen.
US-Technologie als Markttreiber
Anfang April kündigte US-Präsident Trump am „Liberation Day“ die Einführung hoher reziproker Zölle weltweit gegen Handelspartner der USA an und schickte damit die Aktienkurse und auch US-Staatsanleihen sowie den US-Dollar auf Talfahrt. Aufgrund der Turbulenzen setzte Trump die Gegenzölle temporär aus, woraufhin sich die Märkte erholten. Dank der Vereinbarung bilateraler Zollabkommen sowie der Aussicht auf Zinssenkungen der US-Notenbank Fed verzeichneten in der Folge die wichtigsten Aktienindizes über die Sommermonate vielfach neue Allzeithochs. Ferner entwickelten sich die großen US-Technologiewerte wieder zu Markttreibern, nachdem sich die Befürchtungen um eine verstärkte Zurückhaltung bei Künstliche Intelligenz (KI)-Investitionen nicht bewahrheitet hatten. Technologie-Größen wie Nvidia, Oracle oder Microsoft überzeugten nach der durch den chinesischen KI-Anbieter DeepSeek im ersten Quartal kurzzeitig ins Stocken geratenen Rally nicht nur mit guten Geschäftszahlen, sondern vor allem auch mit vollen Auftragsbüchern und Kooperationen, die den Unternehmen langfristig Geld in die Kassen spülen sollten.
Europäische Bankentitel mit starker Wertentwicklung
In den ersten Monaten des Jahres verzeichneten die europäischen Börsen eine deutlich bessere Wertentwicklung als ihren US-Pendants. Dies relativierte sich ab April infolge der guten Performance von KI-Aktien, die deutlich stärker am US-Markt vertreten sind. Im Sommer belastete die Regierungskrise in Frankreich zudem französische Aktien. Die Lage beruhigte sich aber wieder, auch wenn die Grundprobleme im französischen Haushalt bislang nicht gelöst wurden. Zu den positiven Performancetreibern in Europa zählten insbesondere Titel aus dem Bankensektor.
Im Dezember bescherte die US-Notenbank den Anlegern eine weitere Leitzinssenkung um 25 Basispunkte. Der Druck von Seiten der US-Regierung, die Zinsen weiter zu senken, blieb hoch. Bislang fielen die Konjunkturdaten jedoch stark aus und machten kein erneutes Eingreifen der Notenbank notwendig. Doch die fast eineinhalb Monate andauernde Haushaltssperre dürfte in einigen Bereichen der US-Wirtschaft Spuren hinterlassen haben. Wie stark die Einbußen sind, lässt sich aktuell jedoch nicht genau beziffern. Es dürfte noch Wochen bis Monate dauern, bis die Daten wieder bessere Anhaltspunkte für die Verfassung der US-Wirtschaft geben. Im Dezember ebnete ein schwacher Arbeitsmarktbericht den Weg für eine Leitzinssenkung und ließ den Schritt nachvollziehbar verargumentieren. In Summe verzeichneten US-Schatzanweisungen, gemessen am J.P. Morgan Global Bond US-Index, im Dezember einen leichten Verlust von 0,3 Prozent.
US-Staatsanleihen im Gesamtjahr mit positiver Wertentwicklung
Im Jahresrückblick auf die US-Renten führte nach einem freundlichen Auftakt im ersten Quartal ab April die Ankündigung umfangreicher Strafzölle seitens der Trump-Regierung kurzfristig zu einer hohen Risikoaversion der Anleger und somit zu einer regen Nachfrage nach den als sicher geltenden US-Schatzanweisungen. Doch das Blatt drehte sich rasch, weil das drastische Vorgehen der US-Regierung mit negativen Auswirkungen für die USA selbst verbunden gewesen wäre und es in der Folge zu starken Verlusten am Aktienmarkt und daraus abgeleitet auch am Rentenmarkt kam. Die Rendite zehnjähriger US-Treasuries legte rasch von 3,9 auf in der Spitze 4,6 Prozent zu. Ein möglicher Vertrauensverlust ins US-Finanzsystem wurde diskutiert, doch beruhigte sich der Markt mit einem vorübergehenden Aussetzen der Zölle bald wieder. Allerdings sorgten die erratische Wirtschafts- und Zollpolitik sowie die Aussicht auf eine stark steigende Staatsverschuldung für anhaltende Unruhe am Markt. Die Ratingagentur Moody‘s stufte zudem die Kreditwürdigkeit der USA herab und vollzog damit nach, was andere Agenturen bereits umgesetzt hatten.
US-Fed senkt drei Mal den Leitzins
Die US-Notenbank Fed behielt ihren Leitzins lange im Band von 4,25 bis 4,5 Prozent. Der verbale Druck aus dem Weißen Haus, die Zinsen zu senken, stieg aber deutlich an. Die Fed lieferte dann nach dem Notenbank-Symposium in Jackson Hole und senkte die Fed Funds Rate bis Jahresende drei Mal jeweils um 25 Basispunkte auf zuletzt 3,5 bis 3,75 Prozent. Insgesamt setzte sich im Jahresverlauf am Markt der Trend zu rückläufigen US-Renditen durch. Die US-Zinskurve verschob sich im Jahresverlauf vor allem im kurzen und mittleren Laufzeitbereich deutlich nach unten und tendierte etwas steiler. Die Rendite von US-Staatsanleihen mit zehn Jahren Laufzeit fiel seit Jahresanfang bis Ende Dezember von 4,6 auf rund 4,15 Prozent. Sorgen vor einer ausufernden Staatsverschuldung, insbesondere auch nach der Verabschiedung eines neuen Fiskalpakets („One Big Beautiful Bill Act“) Anfang Juli, und auch Zweifel an der Autonomie der US-Notenbank führten bei langen Laufzeiten aber zu einer höheren Risikoprämie. Unter dem Strich ergab sich für den Gesamtmarkt, gemessen am J.P. Morgan Global Bond US-Index, ein Zuwachs von 6,2 Prozent im Jahr 2025.
Euro-Staatsanleihen im Dezember leicht im Minus
Die Renditen europäischer Staatsanleihen zogen zum Jahresende weiter an und setzten den seit Mitte Oktober bestehenden Aufwärtstrend fort. Dabei wurden zwischenzeitlich die im März erzielten Jahreshochstände erreicht. Zehnjährige Bundesanleihen rentierten wieder bei knapp 2,9 Prozent. Ursache hierfür waren die Erwartung einer hohen Emissionstätigkeit unmittelbar nach dem Jahreswechsel und die anstehende Umsetzung einer Reform der niederländischen Pensionskasse bei einer insgesamt reduzierten Liquidität zum Jahresende. Die Konjunkturdaten zeichneten ein gemischtes Bild. Während der vielbeachtete Einkaufsmanagerindex hinter den Erwartungen zurück blieb, zog die Industrieproduktion im Euroraum an. Letztlich ergab sich für Euro-Staatsanleihen, gemessen am iBoxx Euro Sovereign Index, im Dezember ein Minus von 0,6 Prozent.
Im Gesamtjahr 2025 leicht im Plus
Die Euro-Staatsanleihemärkte gerieten 2025 zunächst unter Druck. Ein mögliches Ende des Krieges in der Ukraine ließ auf eine konjunkturelle Belebung durch den Wiederaufbau hoffen. Zudem zogen die Inflationserwartungen aufgrund der Zollankündigungen der Trump-Regierung an. Schließlich hatte auch der drohende Entzug der Sicherheitsgarantien durch die US-Regierung Folgen. Europa und insbesondere Deutschland verabschiedeten ein umfangreiches Fiskalpaket, das eine Verschlechterung der Verschuldungssituation und ein höheres Angebot an Staatsanleihen zur Folge haben wird. Die Renditen schossen besonders im März stark nach oben. In den Wochen danach setzte zwar zunächst eine deutliche Korrektur ein. Vom Sommer bis zum Jahresende war das Thema Staatsverschuldung jedoch präsent und führte zu einem stetigen Renditeanstieg. Dieser wurde im Oktober nur kurz unterbrochen, als Staatsanleihen als sicherer Hafen im Umfeld von größeren Aktienverlusten gesucht waren. Anleihen aus den Peripheriestaaten entwickelten sich besser als Papiere aus den Kernländern. Dies lag auch an den deutlich gestiegenen Risikoaufschlägen in Frankreich - infolge einer Regierungskrise und einer schwierigen Haushaltslage. Die Rendite der richtungsweisenden zehnjährigen Bundesanleihe stieg im Jahresverlauf um 50 Basispunkte auf zuletzt 2,86 Prozent an. In Summe konnten die laufenden Zinserträge den Renditeanstieg jedoch kompensieren, sodass sich, gemessen am iBoxx Euro Sovereign-Index, auf Jahressicht für den Euro-Gesamtmarkt, ein leichter Zuwachs von 0,6 Prozent ergab.
Euro-Unternehmensanleihen mit positiver Wertentwicklung
Euro-Unternehmensanleihen verbuchten trotz leicht rückläufiger Risikoaufschläge im Dezember einen Verlust von 0,2 Prozent, gemessen am ICE BofA Euro Corp.-Index. Auf Jahressicht war mit einem Plus von 3,0 Prozent auf Indexebene aber ein insgesamt positives Handelsjahr zu verzeichnen. Allgemein galt dort: Je risikoreicher, desto besser die Wertentwicklung. Anleihen aus den Schwellenländern (in US-Dollar und Euro) waren im Dezember weiterhin gesucht. Gemessen am J.P. Morgan EMBI Global Div. Index ergab sich ein Zuwachs von 0,7 Prozent. Für das Gesamtjahr war auf Indexebene (ohne Berücksichtigung der Währungsentwicklung) eine zweistellige positive Wertentwicklung zu verzeichnen.
Japanische Notenbank erhöht Zins auf den höchsten Stand seit drei Jahrzehnten
In den Blickpunkt geriet im Dezember einmal mehr die japanische Notenbank. Im Zuge leicht rückläufiger Staatsanleihemärkte unterlag auch der japanische Staatsanleihemarkt, dabei insbesondere die längeren Laufzeiten, einer gewissen Nervosität. Die bereits im Vorfeld der Dezember-Sitzung der japanischen Notenbank (BoJ) erwartete Zinserhöhung trat denn auch ein. Damit hat die BoJ zum Jahresende den Weg der schrittweisen geldpolitischen Normalisierung fortgesetzt. Die Zinsanhebung von 25 Basispunkten führte auf ein Niveau von nunmehr 0,75 Prozent. Damit stieg der Leitzins auf den höchsten Stand seit drei Jahrzehnten. Belastet hat auch die Verabschiedung eines schuldenfinanzierten Konjunkturpakets über rund 135 Milliarden US-Dollar. Die Rendite japanische Staatsanleihen mit zehnjähriger Laufzeit kletterte Ende Dezember über die Marke von 2,0 Prozent und damit auf ein Mehrjahreshoch. Die geldpolitische Normalisierung in Japan dürfte sich fortsetzen. Wir rechnen im Herbst 2026 und Mitte 2027 mit weiteren Leitzinsanhebungen um jeweils 25 Basispunkte auf letztendlich 1,25 Prozent.
Vieles spricht im neuen Jahr für eine Fortsetzung der Trends aus 2025. Das Wachstum ist schwach in China, zeigt sich in den USA hingegen stabil und in Europa werden fiskalische Impulse erwartet. Während die Inflation in den USA am oberen Ende des Zentralbankziels bleiben sollte, dürfte die Preissteigerung in Europa weniger Beachtung finden. Damit hätten wir eigentlich ein Umfeld für stabile Leitzinsen. Aufgrund des politischen Drucks erwarten wir jedoch in den USA weitere Zinssenkungen der Federal Reserve. Mit der Neubesetzung des Fed-Vorsitzes gehen wir nach zwei weiteren Zinssenkungen im zweiten Halbjahr von einer Fed-Funds-Rate von 3,0 bis 3,25 Prozent bis Ende 2026 aus. Mit der Wachstumsstabilisierung dürfte die Europäische Zentralbank hingegen an der Seitenlinie bleiben. Eine jüngst für das zweite Halbjahr 2026 in Betracht gezogene Leitzinserhöhung im Euroraum dürfte sich angesichts erwartet rückläufiger US-Leitzinsen damit in das Jahr 2027 verschieben. An den Märkten dürften sich dann im Zusammenspiel von guten US-Konjunkturdaten und politisch motivierten Zinssenkungen steilere Zinskurven ergeben. Im Euroraum sind zudem hohe Neuemissionsvolumina am Primärmarkt zu erwarten, die hauptsächlich auf das lange Laufzeitende drücken dürften. Somit dürfte im neuen Jahr die Unterstützung durch die Zinsmärkte gering bleiben.
Mit Blick auf die Aktienbörsen steigt mit weniger Chaos in der Zollthematik die Planungssicherheit für die Unternehmen. Die Investitionszurückhaltung dürfte abnehmen, was sich im Jahr 2026 in weiterem Gewinnwachstum niederschlagen sollte. Außerdem dürfte der KI-Megatrend intakt bleiben. Vor allem in den USA bleiben die Investitions- und Gewinnerwartungen von KI-bezogenen Aktien ein gewichtiger Markttreiber. Wir erwarten einen weiteren Ausbau der KI-Kapazitäten sowie der mit der KI-Rechenleistung verbundenen Infrastruktur. Die Einzeltitelauswahl wird aber noch mehr als bislang im Fokus stehen, da die Investoren künftig genauer hinschauen werden, welche Investitionsausgaben sich auszahlen werden und welche nicht. Hinsichtlich der Marktbreite dürften sich aber auch außerhalb des KI-Segments interessante Anlagechancen ergeben. Da sich durch eine Konjunkturbelebung die Schere zwischen dem hohen Gewinnwachstum von KI-nahen Unternehmen und der breiten Wirtschaft langsam schließen sollte, kann eine Diversifikation in zyklische Unternehmen sinnvoll sein.
Für europäische Aktien sprechen sowohl die Bewertung als auch die Aussicht darauf, dass aus den umfangreichen Fiskalpaketen spürbare Wachstumsimpulse auch für die Gewinne der Unternehmen kommen dürften. Auf übergeordneter Ebene spricht der sich verbessernde Wachstums-Inflations-Mix weiterhin für Aktien. Die Marktpositionierung ist immer noch nicht hoch und der KI-Boom weiterhin intakt, was an immer neuen Beteiligungen und Projekten sichtbar wird. Wir bevorzugen aktuell US-Aktien (währungsgesichert) vor Europa. In Japan sehen wir hingegen derzeit weiterhin Korrekturpotenzial.
Insgesamt bietet das Marktumfeld viele Herausforderungen, aber auch selektiv Chancen. Fundamental bleibt die Entwicklung sowohl makroökonomisch als auch auf Unternehmensebene robust. Flexibilität und eine gute Auswahl auf Einzeltitelebene bleiben daher auch im neuen Jahr wichtige Faktoren für den Anlageerfolg.
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