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Monatliche Information zu den Kapitalmärkten für den Handelsmonat November 2025
Im November waren an den Aktienmärkten größere Schwankungen zu beobachten. Per saldo schlossen die Indizes aber trotz erhöhter Volatilität überwiegend mit nur geringen Veränderungen gegenüber Ende Oktober. Auch die Entwicklung an den Bondmärkten resultierte zum Monatsende hin in nur geringen Veränderungen. Fundamental zeigten sich die Konjunkturdaten und die Unternehmensergebnisse für das 3. Quartal insgesamt solide. Im Zollstreit der USA mit China (und dem Rest der Welt) ist Ruhe eingekehrt, der langanhaltende Shutdown in den USA zudem nunmehr beendet. Aufkommende Unsicherheiten hinsichtlich der hohen Verschuldung des KI-Sektors führten dann jedoch zwischenzeitlich, wohl auch mit Blick auf das kommende Jahresende, zu Gewinnmitnahmen und damit einem deutliche Rücksetzer im Aktiensektor. Die Aussicht auf eine weitere Zinssenkung der US-Notenbank im Dezember sorgte dann zum Monatsende hin aber für eine wieder freundlichere Stimmung. Die Aktienbörsen konnten sich dabei weitgehend erholen. US-Staatsanleihen profitierten ebenfalls etwas von den Zinssenkungserwartungen der Anleger.
Weitere Leitzinssenkung der US-Fed im Dezember erwartet
Nach der jüngsten Zinssenkung der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) am 29. Oktober hatten wir zunächst eine zinspolitische Pause erwartet. Mit Blick auf die kommende Sitzung des FOMC im Dezember haben wir unsere Meinung aber nunmehr geändert: Wir rechnen auch im letzten Monat des Jahres 2025 mit einem weiter nach unten gerichteten Zinsschritt um 25 Basispunkte. Grund hierfür ist nicht die Änderung unseres wirtschaftlichen Bildes, sondern vielmehr die Ende November erfolgte Äußerungen von John Williams, einem Mitglied der Fed-Führungstroika. Denn Williams sieht noch Spielraum für eine Leitzinsanpassung. Seit Williams Rede gab es von der Fed kein „Zurückrudern“ oder ein Relativieren dieser Aussage. Es ist daher davon auszugehen, dass Williams bei seiner Rede den Rückhalt von Fed-Chef Powell hatte. Darüber hinaus gehen wir unverändert davon aus, dass die Fed den Leitzins im zweiten Halbjahr 2026 um insgesamt weitere 50 Basispunkte senken wird. Diese Zinssenkungen sind Ausdruck einer schleichenden Aushöhlung der Fed-Unabhängigkeit. Der Leitzins dürfte somit Ende 2026 bei 3,0 bis 3,25 Prozent liegen.
Keine neuen gravierenden Erkenntnisse bezüglich der EZB
Bezüglich der Europäischen Zentralbank (EZB) gab es in den vergangenen Wochen keine neuen Erkenntnisse. Anzeichen für eine Zinsentscheidung waren nicht zu erkennen. Allerdings dürften dem Protokoll der Oktober-Sitzung zufolge weiterhin Differenzen zwischen den Ratsmitgliedern bei der Einschätzung zum Zinszyklus bestehen. Der Risikoausblick innerhalb des Rats stellt sich aber insgesamt ausbalancierter dar. Die jüngsten Inflationsdaten für den Euroraum (November) dürften trotz der in Deutschland etwas höheren Preissteigerung hieran nichts ändern.
Aktienmärkte im November aber zumeist minimal im Plus
Die Aktienmärkte beendeten mehrheitlich den volatilen Handelsmonat November knapp im Plus. Die Einigung im Zollstreit zwischen den USA und China trat rasch in den Hintergrund. Dafür kamen zunehmende Zweifel an der Profitabilität der KI-Unternehmen auf. Der Begriff der KI-Blase machte mit Blick auf die schwindelerregender Investitionssummen in die KI-Infrastruktur und in Rechenzentren immer öfter die Runde. Angesichts der in jüngster Vergangenheit zu beobachtenden Kurszuwächse im KI-Sektor kam es, wohl auch in Hinblick auf den bevorstehenden Jahreswechsel, zu Gewinnmitnahmen an den Märkten. Mit zunehmender Nervosität stiegen sowohl die Risikoaversion als auch die Marktschwankungen phasenweise an.
Berichtssaison zum 3. Quartal mit positiven Impulsen
Dabei brachte die Berichtssaison positive Impulse: Die Unternehmen präsentierten in der Breite gute Ergebnisse und optimistische Ausblicke. Zudem zeichnet sich in den USA erstmals seit dem zweiten Quartal 2021 eine größere Marktbreite bei den guten Ergebnissen im S&P 500 ab. Die positiven Überraschungen konzentrieren sich nicht mehr nur auf einige dominante Unternehmen, etwa die „Magnificent Seven“, sondern verteilen sich wieder auf mehr Branchen. Noch ist der Abstand groß, doch es sind erste Anzeichen dafür, dass die Dominanz der großen Tech-Konzerne abnehmen könnte. Dies könnte den Markt auf Dauer etwas besser stabilisieren. Bei der Wertentwicklung im November lagen S&P 500-Index und Dow Jones Industrial Average mit 0,1 und 0,3 Prozent minimal über der Nulllinie. Der Dow Jones erzielte vor der Korrektur, bei der er zwischenzeitlich 3,5 Prozent verlor, mit 48.430 Punkten einen neuen Höchststand. Der Nasdaq Composite-Index verlor hingegen im Monatsvergleich 1,5 Prozent und lag zwischenzeitlich in der Spitze mit 8,4 Prozent im Minus.
US-Firmen bestimmen Entwicklung im MSCI World-Index
Mit Blick auf den MSCI World-Index, der sich im November mit 0,1 Prozent knapp ins Plus retten konnte, war zuletzt eine hohe Konzentration der US-Aktienwerte zu beobachten. Vielleicht könnte eine künftig breitere Basis auch auf Länderebene zu etwas mehr Verteilung sorgen. Wir sind weiterhin positiv für US-Werte gestimmt, räumen aber auch europäischen Aktientiteln wieder Chancen ein. Während in Japan hingegen unserer Meinung nach derzeit leichtes Korrekturpotenzial besteht. So verlor der Nikkei 225-Index nach dem seit April anhaltenden massiven Anstieg im November 4,1 Prozent an Wert. Anfang November erzielte der japanische Leitindex mit etwas mehr als 52.600 Punkten noch einen neuen historischen Höchststand, ehe eine deutliche Korrektur einsetzte.
Europa: Gesundheits- und Bankentitel legen im November deutlich zu
In Europa gewann der marktbreite STOXX Europe 600-Index 0,8 Prozent hinzu und erreichte mit 586 Zählern ebenfalls ein neues Hoch. Branchenseitig konnten vor allem Aktien aus dem Gesundheitssektor (plus 5,0 Prozent) sowie die Bankenwerte (plus 4,1 Prozent) glänzen. Weniger erfreulich sah es bei europäischen Technologieaktien (minus 4,9 Prozent) und industriellen Grundgütern sowie Dienstleistungen (minus 4,5 Prozent) aus. Der DAX 40 als deutscher Leitindex gab 0,5 Prozent ab, verlor zwischenzeitlich etwas mehr als vier Prozent. Bei den dortigen Einzeltiteln standen Bayer (plus 13,1 Prozent), Deutsche Post (plus 12,6 Prozent) positiv im Blickpunkt. Rheinmetall (minus 13 Prozent), Fresenius Medical Care (minus 11,4 Prozent) und Siemens Healthineers (minus 11,8 Prozent) verloren hingegen zweistellig.
US-Staatsanleihen: Leichte Zugewinne
Die Anleihemärkte bewegten sich im November in recht ruhigem Fahrwasser. Am US-Staatsanleihemarkt kam im letzten Monatsdrittel etwas mehr Dynamik in den Handel, was in erster Linie der erhofften US-Leitzinssenkung im Dezember geschuldet war. Die US-Zinskurve wies Ende November im Bereich von 2-10 Jahren Laufzeit durchweg leicht geringere Renditen auf. Die Verzinsung zehnjähriger US-Treasuries fiel dabei von 4,10 auf 4,02 Prozent. Die längeren Fälligkeiten blieben hingegen unverändert. Gemessen am J.P. Morgan Global Bond US-Index verblieb bei den US-Schatzanweisungen im Berichtsmonat ein Zugewinn in Höhe von 0,6 Prozent. Im Euroraum war hingegen auf Indexebene (iBoxx Euro Sovereign-Index) eine nahezu unveränderte Entwicklung zu beobachten, die in fast allen Euro-Anleihemärkten von geringfügig höheren Renditen geprägt war. Unter Einbeziehung der Zinskupons ergab sich trotz leichter Renditeanstiege aber ein nahezu ausgeglichenes Ergebnis. Die Rendite der richtungsweisenden 10-jährigen Bundesanleihe stieg von 2,64 auf 2,69 Prozent an.
Neuemissionsschwemme aus dem KI-Sektor im Blickpunkt
Verstärkt im Blickpunkt standen zudem die Unternehmensanleihen. In diesem Segment ist seit einiger Zeit eine zunehmende Neuemissionstätigkeit der KI-Unternehmen zu beobachten. Große Firmen wie Alphabet, Amazon, Microsoft, Meta oder Oracle nutzen zunehmend den Rentenmarkt zur Finanzierung ihrer umfangreichen Investitionen in KI-Infrastruktur und Rechenzentren. Insgesamt betrachtet ist das Volumen der Anleihen dieser Unternehmen am Rentenmarkt von 83 Milliarden US-Dollar (2018) auf mittlerweile 345 Milliarden US-Dollar gestiegen. Hinzu kommen in Euro denominierte Papiere im Umfang von mittlerweile 21 Milliarden Euro (2018: 6 Milliarden Euro). Befürchtungen, dass am Primärmarkt eine zunehmende Finanzierung über Bonds zu einer Belastung des Unternehmensanleihesegments führen könnte, hat zuletzt die Stimmung ein wenig eingetrübt. Der Markt hat diese Emissionen aber bislang gut aufgenommen. Im November gab der für Investment Grade-Euro Unternehmensanleihen repräsentative ICE BofA Euro Corporate-Index 0,2 Prozent ab. Die Risikoaufschläge (Spreads) erhöhten sich von einem Jahrestiefstand mit 65 auf zuletzt 68 Basispunkte. Hierfür zeichneten sich neben der Primärmarkt-Thematik die leicht ansteigenden Renditen am Euro-Staatsanleihemarkt verantwortlich. Wir sehen derzeit kein KI-Klumpenrisiko am Unternehmensanleihemarkt. Ein steigendes Euro-Emissionsvolumen sollte sogar die Diversifikation im in Euro denominierten IG-Anleiheuniversum verbessern.
Anleihen aus den Schwellenländern gesucht
Leichte Zugewinne verzeichneten im Berichtsmonat die Staatsanleihemärkte in den Schwellenländern (Emerging Markets, EM). Von der zunehmenden Nachfrage internationaler Investoren, die ihre Portfolios diversifizieren und höhere Renditen erzielen möchten, profitierten diese Papiere. Unter dem Eindruck des leicht freundlichen US-Staatsanleihemarktes konnte der EM-Gesamtmarkt, gemessen am JP Morgan EMBI Global Diversified-Index, im November mit 0,4 Prozent leicht zulegen.
Trotz immer wieder möglicher auftretender Nebelschwaden sollte sich unserer Meinung nach das Umfeld für Risikoanlagen in den kommenden Monaten verbessern. Der KI-Boom ist nach wie vor intakt, wir teilen die Sorge um eine Blasenbildung nicht. Die abgelaufene Berichtssaison hat gezeigt, dass die Marktbreite, wenn auch auf niedrigem Niveau, zunimmt. Auf der Rentenseite bleiben Euro-Unternehmensanleihen mit Rating Investment Grade nach wie vor unsere erste Wahl. Die Fundamentaldaten im Unternehmenssektor sind stabil und die Nachfrage der Investoren bleibt gut. Wachsende Staatsschulden, sinkende Unternehmenssteuern und potenzielle Unterstützung durch staatliche Konjunkturpakete sprechen stärker für Unternehmensanleihen als für Staatspapiere. Dort sehen wir im Euroraum bei italienischen Staatsanleihen mehr Chancen als bei ihren französischen Pendants.
Nicht zuletzt dürfte auch von konjunktureller Seite Unterstützung kommen. In Europa sollte sich das Wachstum 2026 insbesondere durch die deutschen Fiskalimpulse dynamischer zeigen. Unsere Prognose für das Wirtschaftswachstum im Euroraum haben wir von 1,0 auf 1,2 Prozent angehoben. In den USA dürfte die Entwicklung im kommenden Jahr vom anziehenden Konsum und stabilen Investitionen positiv geprägt sein. In China sieht das Wachstumsbild hingegen trüber aus. Die Binnenkonjunktur ist weiterhin schwach. Der private Konsum kommt nicht in Gang und der Immobilienmarkt zeigt keine substanzielle Erholung. Lediglich die negativen Auswirkungen der Zölle auf den Außenhandel machen sich weniger schnell bemerkbar als ursprünglich erwartet. Nichtsdestotrotz dürfte dort die Wachstumsdynamik 2026 nochmals geringer ausfallen als im noch laufenden Jahr.
Währungsseitig halten wir an unserer Einschätzung fest, dass der US-Dollar aus strukturellen Gründen weiter abwerten wird. Dieser Prozess schreitet langsam, aber stetig voran. Auch wenn der US-Shutdown mittlerweile beendet ist: Das Vertrauen in die US-Institutionen hat er beschädigt. Der Reserve-Status des US-Dollar wird weiter ausgehöhlt, nicht zuletzt durch den schrittweisen Umbau der Fed-Führung zugunsten von Vertrauten des US-Präsidenten.
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Stand aller Informationen, Darstellungen und Erläuterungen: 2. Dezember 2025, soweit nicht anders angegeben.
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