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Monatliche Information zu den Kapitalmärkten für den Handelsmonat März 2026
Im Krieg in Nahost sind rund fünf Wochen nach seinem Beginn Friedensbemühungen im Gang, deren Erfolg angesichts widersprüchlicher Aussagen bis zur Erstellung dieser Information (1. April) offenblieb. Entsprechend nervös zeigten sich die Kapitalmärkte und schwankten zwischen der Sorge vor einer weiteren Eskalation und der Hoffnung auf ein baldiges Ende der Kampfhandlungen. US-Präsident Donald Trump hatte zuletzt ein Ultimatum zur Öffnung der Straße von Hormus auf den Ostermontag verschoben. Zudem bestehen Hoffnungen auf eine Lösung mittels eines 5-Punkte-Plans unter Vermittlung von Pakistan und China. Gleichzeitig kursierten aber auch Meldungen über die Versendung von US-Bodentruppen in den Nahen Osten. Somit blieb die Lage zuletzt weiter unübersichtlich.
Die Ereignisse in Nahost haben in den vergangenen vier Wochen an den Finanzmärkten deutliche Spuren hinterlassen. Vor allem im Rohstoffsektor, in erster Linie bei den Notierungen für Öl und auch für Gas, waren je nach Entwicklung der Lage teils heftige Kurssprünge zu beobachten. Die Situation hat sich durch die Sperrung der Straße von Hormus verschärft. Die Notierung für ein Barrel Öl (159 Liter) der Sorte Brent stieg im Berichtsmonat unter deutlichen Schwankungen innerhalb der Tagesbewegung dreimal an die 120-Dollar-Marke. Gegenüber Ende Februar zog der Ölpreis per 31. März um knapp 46 auf 118 US-Dollar an, was einem Anstieg von rund 63 Prozent entspricht. Die Hoffnung auf eine womöglich bevorstehende friedliche Lösung ließ die Öl-Notierung zum Start in den April wieder in Richtung 100 US-Dollar zurückfallen. Der Goldpreis gab im Berichtszeitraum mit 605 US-Dollar je Feinunze um rund 12 Prozent deutlich nach.
An den Aktienmärkten waren bei den großen Indizes deutliche Rückschläge zu verzeichnen, die sich – etwa in Japan – auf bis zu zwölf Prozent beliefen. Die US-Börsen kamen im Vergleich zu Europa um einiges glimpflicher davon. Auch die Staatsanleihemärkte hatten Verluste hinzunehmen, da die hohen Energiepreise eine entsprechend starke Zunahme der Inflationsdaten befürchten lassen. Dies könnte die derzeit noch abwartenden Zentralbanken mit entsprechenden Gegenmaßnahmen in Form von Zinserhöhungen auf den Plan rufen, falls es zu Zweitrundeneffekten kommt.
Der März war auch ein Notenbank-Monat
So standen im März neben Nahost denn auch die großen Zentralbanken im Blickpunkt der Märkte. Im Berichtsmonat trafen sich die Gremien der Notenbanken zu ihren regulären Sitzungen. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Zentralbanken trotz des Nahost-Konflikts derzeit ihren Kurs halten.
Fed-Statements eher restriktiv gewertet
Die US-Notenbank Fed hat den Leitzins wie erwartet zum zweiten Mal in Folge unverändert gelassen. Das Zielband für die Fed Funds Rate liegt damit weiterhin bei 3,5 bis 3,75 Prozent. Wenig überraschend fiel die dortige Zinsentscheidung wieder nicht einstimmig aus. Während das FOMC-Statement und die neuen Makro-Projektionen eine recht gemäßigte restriktive (falkenhafte) Botschaft enthielten, wurden Powells Äußerungen zur Inflation infolge des Energiepreisanstiegs und auch seiner beruflichen Zukunft in der Fed auf der folgenden Pressekonferenz von den Finanzmärkten deutlich restriktiver aufgenommen.
EZB mit aufwärts gerichteten Inflationsausblick
Die Europäische Zentralbank (EZB) blieb ebenfalls unverändert bei ihren Leitzinssätzen. Zentraler Punkt auf der Sitzung waren die möglichen Auswirkungen des Krieges auf die Geldpolitik, wenngleich Vorfestlegungen nicht zu vernehmen waren. Der Risikoausblick hat sich aber klar verändert. War dieser bislang mehr oder weniger ausbalanciert, so hat der Konflikt in Nahost das Aufwärtsrisiko für die Inflation deutlich erhöht. Erstmals hat EZB-Präsidentin Lagarde explizit erwähnt, dass die Risiken für den Inflationsausblick aufwärtsgerichtet sind. Lange Zeit hatte sich die EZB geweigert, die Risiken für die Inflation so explizit anzusprechen und nur die relevanten Faktoren aufgelistet. Sowohl das Statement als auch der Tonfall auf der Pressekonferenz klangen zwar nicht aufgeregt, jedoch klar wachsam gegenüber den möglichen Auswirkungen des Krieges. Die EZB befindet sich in einer guten Ausgangsposition, um schnell reagieren zu können. Die Hürden für eine vorschnelle Reaktion sind entsprechend hoch – man kann sich erlauben, etwas zu warten. Die EZB hat aber klar gemacht, dass sie notfalls reagieren wird und die Situation genau beobachtet.
Entscheidend werden bei einer längeren Fortdauer der Auseinandersetzungen die Daten zu Inflations- bzw. Preiserwartungen werden. Zeigen diese eine klare Tendenz nach oben, werden Zinsanhebungen für die EZB zwingender. Für den Fall eines deutlich länger dauernden Krieges (bis zur April-Sitzung und absehbar darüber hinaus) sind mehrere Zinsanhebungen - wie derzeit am Markt gepreist - nicht auszuschließen.
BoE – Ölpreisentwicklung verhindert Zinssenkung
Die Bank of England (BoE) ließ ebenfalls nach einstimmigem Votum den Leitzins mit 3,75 Prozent unverändert. Die Kommunikation war restriktiv und stark fokussiert auf mögliche Effekte des Iran-Krieges. Solange die hohe Unsicherheit über die Energiepreise fortwährt, sind keine Zinssenkungen der BoE zu erwarten. Sofern der Krieg aber zeitnah endet, halten wir weiterhin eine erneute Zinssenkung der BoE für wahrscheinlich. Hierauf weisen die Zwischentöne bei den individuellen Begründungen der MPC-Mitglieder und die fundamentale Makro-Datenlage hin. Der Markt hat sich im Zuge der März-Sitzung aber klar auf die falkenhaften Töne aus der BoE konzentriert.
BoJ – Zinserhöhungsmodus dürfte beibehalten werden
Zudem stand die Bank of Japan (BoJ) im Blickpunkt. Diese hat nach der letzten Zinsanhebung (auf 0,75 Prozent) im Dezember auf der jüngsten Sitzung ihre geldpolitische Ausrichtung unverändert gelassen. Grundsätzlich zeichnet die BoJ ein weiterhin konstruktives Makro-Bild für die japanische Wirtschaft und dürfte aus unserer Sicht weiterhin im Zinserhöhungsmodus bleiben.
Die Aktienbörsen bekamen die Auswirkungen in Nahost merklich zu spüren, die Kurse gaben zum Teil deutlich nach. Der Kursrückgang fiel in Europa und den asiatischen Schwellenländern stärker aus als in den Vereinigten Staaten. Hintergrund ist die hohe Abhängigkeit in Europa und Asien von Öl- und Flüssiggas-Importen aus der Region. Mit Blick auf die Indizes kamen in den USA der Nasdaq 100, Dow Jones Industrial Average sowie S&P 500 mit jeweils rund fünf Prozent Einbuße noch mit einem „blauen Auge“ davon. Der japanische Nikkei 225 gab hingegen über zwölf Prozent ab. Im Euroraum büßten DAX 40- und EURO STOXX 50-Index jeweils gut zehn Prozent ein. Der STOXX Europe 600-Index verlor knapp acht Prozent. Hierbei gaben bei den Unterkomponenten branchenseitig Bauwerte, der Automobilsektor, Konsumwerte, der Einzelhandel und auch der Immobiliensektor jeweils um zwölf bis 14 Prozent nach. Klarer Gewinner war angesichts der Entwicklung der Energiesektor. Titel aus dieser Branche konnten gemessen am Sub-Index Energie knapp 15 Prozent zulegen.
Solange die Auseinandersetzungen im Nahen Osten anhalten, nehmen wir bei Aktienanlagen eine abwartende Haltung ein. Wir haben Schwellenländer-Aktien aus Risikogesichtspunkten zunächst neutral eingestuft. Aufgrund ihrer hohen Abhängigkeit von Rohöl aus dem Persischen Golf sind vor allem die Schwellenländer Asiens anfällig für eine anhaltende Blockade der Straße von Hormus. Auch in den entwickelten Ländern überlagert der Iran-Konflikt das fundamentale Bild, sodass wir vor allem bei europäischen Aktien kurzfristig etwas vorsichtiger geworden sind.
Hinsichtlich der Sektorenentwicklung lagen im STOXX EUROPE 600-Index defensive Telekommunikationstitel mit plus 15 Prozent weit vorne. Es folgten Nahrungsmittel/Getränke (9,4 Prozent) sowie Energie, Grundstoffe und Versorger mit Zuwächsen von jeweils etwas mehr als acht Prozent. Aktien aus den Bereichen Medien, Banken und Technologie gingen auf Sub-Indexebene hingegen mit leichten Verlusten aus dem Handelsmonat.
US-Staatsanleihen mussten im März deutliche Verluste hinnehmen. Mit dem rasanten Anstieg des Ölpreises nahm die Sorge um höhere Inflationsraten zu, was zu steigenden Renditen über alle Laufzeiten hinweg führte. Bei kurzen und mittleren Fälligkeiten fiel die Korrektur größer aus als bei langlaufenden Papieren. Vor allem wurden aufgrund der gestiegenen Inflationserwartungen schon sicher geglaubte Zinsschritte der US-Notenbank wieder ausgepreist. War man Ende Februar noch von zwei Zinssenkungen im laufenden Jahr ausgegangen, schien zwischenzeitlich sogar eine Leitzinserhöhung möglich. Vertreter der US-Notenbank versuchten die Marktteilnehmer zu beruhigen und deuteten an, zunächst weiter abwarten zu wollen. Am langen Ende stieg die Rendite für zehnjährige Papiere von 3,94 Prozent auf 4,32 Prozent.
Insgesamt fiel der Renditeanstieg in den USA etwas moderater aus als etwa in Europa, da die Vereinigten Staaten nicht wie die „Alte Welt“ auf Energieimporte angewiesen sind. Die USA sind mittlerweile zum Nettoexporteur für Öl und Gas geworden und energieseitig unabhängiger als Europa oder auch Asien. Über den Import anderer Waren wären aber dennoch Zweitrundeneffekte denkbar. Zudem sind die Preise an den Tankstellen auch in den USA merklich angezogen. Je länger der Krieg anhält, desto größer dürften die Folgen für die US-Wirtschaft sein. Zum Monatsende nahmen daher die Wachstumssorgen etwas zu und bremsten den Renditeanstieg leicht aus. US-Staatsanleihen verloren im März, gemessen am JPM GBI US-Index, letztlich 1,7 Prozent an Wert.
Euro-Staatsanleihen mit höheren Verlusten
Euro-Staatsanleihen hatten im März höhere Verluste als ihre US-Pendants hinzunehmen. Vor allem bei kurzlaufenden Anleihen kam es zu größeren Korrekturen. Zweijährige Schatzanweisungen des Bundes rentierten zwischenzeitlich rund 70 Basispunkte höher als noch Ende Februar. Bislang war man davon ausgegangen, dass die Europäische Zentralbank (EZB) die Leitzinsen im Jahresverlauf unverändert lassen wird, wobei eine Senkung wahrscheinlicher eingeschätzt wurde als eine Erhöhung. Zwischenzeitlich wurden nun jedoch mehr als drei Zinserhöhungen um jeweils 25 Basispunkte eingepreist. Auch langlaufende Papiere verzeichneten Kursverluste. Der Renditeanstieg fiel jedoch weniger stark aus, sodass sich die Zinsstrukturkurve verflachte.
Die Mehrheit der Marktteilnehmer geht davon aus, dass der Konflikt nur von kurzer Dauer ist und es nach einem Kriegsende zu einer schnellen Korrektur kommen könnte. Je länger der Krieg jedoch anhält, desto größer dürften die Folgen für die Weltwirtschaft sein. Zum Monatsende nahmen daher die Wachstumssorgen zu. Perspektivisch könnte dies für wieder fallende Renditen am langen Ende sprechen. Die EZB-Vertreter zeigten sich angesichts der schwierigen Lage handlungsbereit, betonten aber auch, dass sich aus den aktuellen wirtschaftlichen Daten noch kein signifikanter Preisdruck ablesen lässt. Auf dem nächsten EZB-Treffen liegen daher verschiedene Optionen auf dem Tisch. Letztlich ergab sich bei Euro-Staatsanleihen, gemessen am iBoxx Euro Sovereign Index, im März ein deutlicher Verlust in Höhe von 2,7 Prozent.
Euro-Unternehmensanleihen mit Rating Investment Grade konnten sich dem Umfeld nicht entziehen und verbuchten auf Indexebene (ICE BofA Euro Corp.-Index, ER00) Einbußen in Höhe von rund 2,3 Prozent. Die Risikoaufschläge (Spreads) weiteten sich von 70 auf 79 Basispunkte aus. Im März konnten am Primärmarkt einige umfangreiche Neuemissionen von Unternehmen wie Amazon oder Honeywell, aber auch Hybridanleihen von Stellantis, sehr erfolgreich am Markt platziert werden. Wir bevorzugen im Rentensegment weiterhin Euro-Unternehmensanleihen.
US-Dollar wertet weiter auf
Im März setzte sich vor dem Hintergrund der geopolitischen Unsicherheiten die Aufwärtsbewegung der US-Währung fort. Kapitalflüsse in Richtung USA haben diesen Trend unterstützt. Der Euro gab im Verlauf des Monats etwas mehr als zwei Prozent ab, sodass nach Ende März nur noch 1,1550 US-Dollar je Euro aufzuwenden waren (gegen 1,18 per Ende Februar).
Je länger der Krieg in Nahost andauern und je länger die Straße von Hormus nicht wieder voll geöffnet wird, desto größer dürften die belastenden Auswirkungen auf Inflation und Wachstum sein. Unsere Anlagestrategen und Ökonomen gehen zwar weiterhin von einem zeitnahen Ende der Kampfhandlungen als Basisszenario aus – verbunden mit einer schrittweisen Normalisierung an den Rohstoffmärkten. US-Präsident Trump dürfte nach einem gangbaren Weg zur Beendigung des Konflikts suchen. Aber ein Risikoszenario mit einer weiteren Eskalation halten wir auch für möglich, aber weniger wahrscheinlich.
Aufgrund der bereits länger anhaltenden, weitgehenden Sperrung der Straße von Hormus und den dadurch gestiegenen Notierungen im Energiebereich erwarten wir einen vorübergehenden deutlichen Anstieg der Inflation. Dies hat sich auch in den jüngst veröffentlichten Preisdaten für den Euroraum im März bestätigt. Der Preisauftrieb der Energiekomponente zeigt einen klaren Erstrundeneffekt des Konfliktes in Nahost, es kam zu einem Anstieg von 1,9 auf 2,5 Prozent. Im Euroraum und in den USA dürfte die Inflationsrate im Jahr 2026 um insgesamt 40 Basispunkte höher ausfallen und im Gegenzug das BIP-Wachstum um jeweils 10 Basispunkte gedämpft werden. Dem liegt die Annahme zugrunde, dass der Preis für ÖL der Sorte Brent bis Ende April unter die Marke von 100 US-Dollar je Barrel sinkt und im weiteren Jahresverlauf weiter fällt. Ein solcher kurzfristiger Angebots- und Preisschock dürfte es der EZB ermöglichen hier „hindurchzuschauen“, da sich die zugrundeliegende Inflation wenig ändern sollte. In unserem Basisszenario erwarten wir auch keine wesentlichen Wachstumsdämpfer, da derzeit aufgestaute Investitionen nachgeholt werden dürften.
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Stand aller Informationen, Darstellungen und Erläuterungen: 7. April 2026, soweit nicht anders angegeben.
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