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März
Monatliche Information zu den Kapitalmärkten für den Handelsmonat März 2024
Wie erwartet wurden im März sowohl im Euroraum als auch in den USA die Leitzinsniveaus unverändert beibehalten. Die Europäische Zentralbank und die US-Fed wollen die weitere Preisentwicklung zunächst genau beobachten. Es wurde zuletzt marktseitig einiges an Zinssenkungspotenzial ausgepreist. Dennoch waren im März leichte Renditerückgänge an den Staatsanleihemärkten zu beobachten. An den globalen Aktienmärkten setzte sich der Aufschwung unvermindert fort, zahlreiche Börsen erreichten neue historische Höchststände.
Leitzinssenkungen erfolgen erst im Sommer
Die Konjunkturentwicklung in den großen Wirtschaftsräumen hat sich den vergangenen Wochen wenig verändert und lässt sich derzeit wie folgt beschreiben: In den USA hält die solide Wachstumsdynamik, nicht zuletzt vom Arbeitsmarkt gestützt, unvermindert an. Zwar fiel die Dynamik einiger Wirtschaftsdaten zuletzt etwas verhaltener aus, dennoch läuft die Konjunktur weiter rund. Mit Blick auf die Inflation waren die im März veröffentlichten Februar-Daten im Monatsvergleich etwas höher ausgefallen. Darüber hinaus stiegen die Inflationserwartungen auf Sicht von drei und fünf Jahren merklich an, während die Prognose für ein Jahr mit drei Prozent unverändert blieb. Dennoch ist der Trend rückläufiger Inflationsraten intakt, wir rechnen mit einem zyklischen Tief in den USA im zweiten Halbjahr 2024.
Die US-Notenbank beließ im März wie erwartet den Leitzins zum fünften Mal in Folge unverändert bei 5,25 bis 5,5 Prozent. Interessant war vor allem wie die Währungshüter die erhöhte Inflationsdynamik in den Monaten Januar und Februar bewerten und welche Rückschlüsse sich hieraus möglicherweise auf den Zeitpunkt einer ersten Zinssenkung ziehen lassen würden. Schließlich hatte die Fed bei der Zinsentscheidung im Januar klar signalisiert, dass sie noch weitere „gute“ Inflationsdaten sehen möchte, bevor sie damit beginnt, die Zinsen zu senken. Die Inflationsdaten der vergangenen beiden Monate zählten zumindest nicht in die Kategorie „gut“. Die Fed blieb zinspolitisch in ihrer März-Sitzung aber letztlich gelassen. So spielte Fed-Chef Powell auf der Pressekonferenz die Bedeutung des stärkeren Inflationsanstiegs im Januar und Februar herunter. Letztlich nähert sich die Inflation auf holprigem Weg graduell dem Ziel der Zwei-Prozent-Marke an. Wir sehen den Disinflationstrend in der US-Kernrate weiterhin intakt und rechnen mit einer ersten Zinssenkung im kommenden Juni.
Im Euroraum zeigt sich die Konjunkturentwicklung nach wie vor verhalten. Erste Anzeichen für eine Stabilisierung sind zwar zu erkennen, wenngleich aber nur auf niedrigem Niveau. Wir rechnen hier mit einer konjunkturellen Erholung erst in der zweiten Jahreshälfte. Für Deutschland gehen wir im laufenden Jahr nach wie vor von einem Nullwachstum aus, während der Euroraum im Ganzen um 0,3 Prozent wachsen sollte.
Die Europäische Zentralbank (EZB) beließ im Rahmen ihrer März-Sitzung zum vierten Mal in Folge ihre Leitzinsen unverändert. Über eine Zinssenkung wurde im Rat nicht diskutiert. Presseberichten zufolge bestätigte EZB-Präsidentin Lagarde, dass die EZB begonnen habe, über eine Lockerung ihrer geldpolitisch restriktiven Haltung zu diskutieren.
Letztlich vermied es die EZB, sich auf weitere geldpolitische Zinsschritte festzulegen, da alleine die Daten entscheidend seien. Erst zur Juni-Sitzung würden genügend Daten für eine Entscheidung vorliegen. Hierbei wurde die Bedeutung der Lohndaten und die Entwicklung der Margen der Unternehmen für die Inflationsentwicklung betont.
Dabei hätte die EZB im Rahmen des vorliegenden Datenkranzes und ihrer für 2024 deutlich von 2,7 auf 2,3 Prozent nach unten korrigierten Inflationsprognose für die Gesamtrate bereits im März die Möglichkeit gehabt, eine erste Zinssenkung vorzunehmen. Zumal auch die mittelfristigen Inflationsprognosen für 2025 und 2026 geringfügig gesenkt wurden und nunmehr allesamt bereits beim Inflationsziel von 2,0 Prozent liegen. Es ist aber davon auszugehen, dass die EZB aus Sorge über einen Wiederanstieg der Inflation nach Beginn des einmal gestarteten Senkungszyklus auf Nummer sicher gehen und einen Reputationsschaden hinsichtlich einer zu frühen Senkung der Zinsen vermeiden will. Wir nähern uns aber damit der ersten Zinssenkung und erachten hierfür den Juni als wahrscheinlich. Zumal dieser in der EZB-Kommunikation viel Erwähnung fand. Die aktuell für März veröffentlichte Inflationsrate für Deutschland in Höhe von 2,2 Prozent (nach 2,5 Prozent im Vormonat) dürfte die Tür ein weiteres Stück für eine erste Zinssenkung im Juni öffnen.
Bank of Japan mit erster Zinserhöhung seit 17 Jahren
In Japan wird die aktuelle Notenbankpolitik von Maßnahmen zur Normalisierung der geldpolitischen Ausrichtung geprägt. Dabei steht der Ausstieg aus der ultraexpansiven Ausrichtung im Zentrum. Nach der Aufweichung der Fixierung des langfristigen Zinsniveaus auf einen bestimmten Referenzwert (Yield Curve Control) wurden seitens der Bank of Japan (BoJ) weitere Normalisierungsschritte vorgenommen. Mit einer geringfügigen Anhebung des Leitzinses von minus 0,1 auf null bis 0,1 Prozent hat die dortige Notenbank als letzte weltweit das Ende des Negativzinses eingeläutet. Darüber hinaus wurde nunmehr die Kontrolle der Zinskurve aufgegeben. Die BoJ behält sich aber vor, weiterhin Anleihen am Markt zu erwerben.
Auslöser dieser geldpolitischen Anpassung war die Feststellung der BoJ, dass ein nachhaltiges und stabiles Erreichen des Inflationsziels von zwei Prozent in Sicht gekommen sei. Trotz eines Nachlassens der importierten Inflation in den letzten Monaten sei die Inflationsrate im Dienstleistungssektor weiter angestiegen. Vor allem wies die Bank of Japan auf die anziehende Lohndynamik hin. Wir gehen davon aus, dass die BoJ im dritten und vierten Quartal 2024 insgesamt noch zwei Zinserhöhungen vornehmen wird. Nach Erreichen eines Leitzinsniveaus von etwa 0,5 Prozent zum Jahresende 2024 wird der Zinserhöhungszyklus (vorerst) enden. Mit dieser Normalisierung der Geldpolitik sollte aber keine restriktive Ausrichtung einhergehen.
Die Stimmung an den Aktienmärkten war im März positiv. Weltweit haben die Leitindizes in 25 Ländern neue Allzeithochstände erreicht. Weitere stehen kurz davor. Die robuste Wirtschaftsentwicklung in den USA war der maßgebliche Taktgeber des Aufschwungs an den Börsen. Darüber hinaus konnten bessere volkswirtschaftliche Daten aus China den Abwärtstrend am chinesischen Aktienmärkt stoppen. Hiervon profitierten auch europäische Dividendentitel. Dennoch bleibt die konjunkturelle Lage, vor allem in Deutschland, derzeit im Vergleich zu den USA nach wie vor schwierig. Der Rückgang der Inflation im Euroraum dürfte weitgehend abgeschlossen sein, dem Wachstum fehlt es aber an Dynamik. Darüber hinaus ist Europa in gewichtigen Wachstumsfeldern wie der Künstlichen Intelligenz unterrepräsentiert. Auch dürfte sich der abzeichnende geopolitische Großmachtwettbewerb negativ auf die Geschäftsmodelle vieler europäischer Unternehmen auswirken. Insofern bleibt die Einzeltitelauswahl zentraler Erfolgsfaktor bei der Aktienanlage. Dies zeigt sich seit Anfang des Jahres deutlich beim Wachstumsthema Künstliche Intelligenz. Hatte dies 2023 noch Technologieunternehmen in der Breite an die Spitze der Aktienkursentwicklung gesetzt, so stellt sich die Entwicklung im laufenden Jahr im Technologiesektor mittlerweile deutlich differenzierter dar.
Mit Blick auf die regionale Entwicklung der Aktienbörsen lag im März aufgrund von Nachholeffekten Europa dennoch vorne. Der DAX 40 etwa konnte zum Monatsende mit zwischenzeitlich etwas mehr als 18.500 Punkten neue Höhen erreichen. Per Monatsende verbleib ein Kursplus in Höhe von 4,6 Prozent. Der EURO STOXX 50-Index gewann 4,2 Prozent hinzu, während der marktbreitere STOXX Europe 600 um 3,7 Prozent zulegte. In den USA fielen die Zugewinne mit 3,1 Prozent beim S&P 500-Index, 2,1 Prozent beim Dow Jones Industrial Average und 1,2 Prozent beim Nasdaq-Index etwas bescheidener aus als in Europa.
Die in China zuletzt überwiegend besser als befürchtet ausgefallenen Wirtschaftsdaten wie Außenhandel, Industrieproduktion und sowie die jüngsten Einkaufsmanagerindizes stimmten die Anleger etwas zuversichtlicher. Damit ergab sich trotz schwacher wirtschaftlicher Dynamik ein Hoffnungsschimmer bei den Anlegern. Der chinesische HSCEI-Index gewann im März 2,3 Prozent hinzu. Ebenfalls sehr freundlich tendierte mit 3,1 Prozent Zugewinn der japanische Nikkei 225, der trotz Leitzinserhöhung durch die Bank of Japan mit zwischenzeitlich etwas mehr als 41.000 Punkten ein historisches Hoch erzielte.
In einem von erhöhter Risikofreude geprägten Marktumfeld erfreuten sich rentenseitig Anleihen mit Renditeaufschlag großer Beliebtheit. Im Euro-Unternehmensanleihemarkt legten die im ICE BofA Euro-Corporate-Index (ER00) gelisteten Papiere mit Rating Investment Grade im März auf Indexebene um 1,2 Prozent zu. Die Risikoaufschläge (Spreads) gaben dabei um fünf auf 80 Basispunkte nach. Gut nachgefragt waren zudem nachrangige Finanzanleihen, die auf Indexebene um 1,5 Prozent anstiegen. Sämtliche Untersektoren im Unternehmensanleihebereich konnten im Berichtsmonat eine positive Wertentwicklung verbuchen. Damit gingen auch zumeist Spreadeinengungen einher, vielfach wurden dabei Jahrestiefstände erreicht. Hochverzinsliche Papiere gingen nach ebenfalls zwischenzeitlichen Spread-Tiefständen dann zum Monatsende aber mit leicht erhöhten Risikoaufschlägen aus dem Markt. Die hohen Zinskupons sorgten aber auch dort für eine leicht positive Monatsentwicklung (ICE BofA HEAG-Index plus 0,6 Prozent). Bei den in US-Dollar und Euro begebenen Staatsanleihen aus den Schwellenländern (Emerging Markets) war auf Gesamtmarktebene (JP Morgan EMBI Global Diversified-Index) ein Plus von 2,1 Prozent zu verzeichnen. Deren Spreads engten sich dabei um 27 auf 342 Basispunkte ein.
Am US-Staatsanleihemarkt gab es im März bei der Renditeentwicklung nur geringfügige Veränderungen. Mit Blick auf die dortige Zinsstrukturkurve verschob sich diese ab fünf Jahre Laufzeit mit maximal fünf Basispunkten nur leicht nach unten. Zehnjährige US-Treasuries rentierten mit 4,2 nach 4,25 Prozent zum Vormonatsschluss. Zweijährige Papiere notierten unverändert. Der Gesamtmarkt für US-Staatsanleihen gewann 0,7 Prozent hinzu.
Im Euroraum war der Renditerückgang etwas ausgeprägter. Der Markt für Euro-Staatsanleihen (iBoxx Euro Sovereign-Index) gewann im März 1,1 Prozent hinzu. Die komplette bundesdeutsche Zinskurve verschob sich um bis zu elf Basisunkte nach unten. Die zehnjährigen Bundesanleihen rentierten Ende März mit 2,3 Prozent. Zweijährige Fälligkeiten gaben renditeseitig um fünf Basispunkte auf 2,84 Prozent nach. In den Peripheriemärkten waren die Renditerückgänge etwas ausgeprägter. So rentierten zehnjährige italienische Staatsanleihen 17 Basispunkte tiefer und fielen auf 3,67 Prozent. Der Renditeabstand zu laufzeitgleichen Bundesanleihen hatte sich im März aufgrund großer Nachfrage nach italienischen Papieren auf fast 120 Basispunkte eingeengt. Zum Vergleich: Im vergangenen Oktober lagen wir noch bei über 200. Der Spread konnte sich zum Monatsende aber nicht ganz auf diesem Niveau halten und lag zuletzt bei 137 Basispunkten.
Goldpreis auf Rekordhoch
Auf Rekordhöhen schnellte auch die Gold-Notierung. Der Preis für eine Unze Feingold schloss Ende März bei 2.235 US-Dollar. Ende Februar lag die Notierung noch bei 2.043 US-Dollar. Womöglich könnte eine am Markt erwartet höhere Inflationstoleranz durch die US-Notenbank hierfür den Ausschlag gegeben haben. Die Akzeptanz einer länger etwas über dem Inflationsziel liegenden Preissteigerung könnte die Nachfrage nach Inflationsschutz und damit dem gelben Edelmetall angeschoben haben.
Am Währungsmarkt zeigte sich die Euro/US-Dollar-Wechselkursentwicklung volatil, per saldo vor dem Hintergrund einer derzeit abwartenden Notenbankpolitik aber wenig verändert. Der Euro wertete zunächst leicht auf, gab dann aber in der zweiten Monatshälfte die Gewinne wieder ab. Es verblieb ein minimaler Abwertungsverlust in Höhe von 0,1 Prozent.
Die positiven Perspektiven für die Kapitalmärkte haben sich in den vergangenen Wochen nicht verändert. Eine robuste US-Konjunktur, wenngleich mit leicht rückläufiger Dynamik, sowie ein nachlassender Teuerungsdruck sorgen für einen günstigen Wachstums-Inflations-Mix. Im Euroraum sehen wir erste Anzeichen für eine Stabilisierung der Wirtschaft, wenn auch auf niedrigem Niveau. Zudem hat sich die Wahrscheinlichkeit für erste Leitzinssenkungen in den USA und im Euroraum im Juni erhöht. Gleichzeitig haben sich mittlerweile die Erwartungen der Anleger bezüglich der Anzahl der kommenden Leitzinssenkungen deutlich reduziert bzw. wurden am Markt wieder ausgepreist. Die weitere wirtschaftliche Entwicklung in China bleibt ungewiss. Erste Hoffnungsschimmer bestehen, dennoch überwiegen aus unserer Sicht dort zurzeit noch die Abwärtsrisiken.
Die Renditeniveaus an den Bondmärkten bleiben unverändert interessant, was sich auch in der anhaltend hohen Investorennachfrage in nahezu allen Marktsegmenten widerspiegelt. Dies hat auch der in den vergangenen Wochen zu beobachtende Rückgang der Risikoprämien bei Peripherieanleihen, Unternehmenspapieren und Titeln aus den Schwellenländern gezeigt. Die Neuemissionsmärkte verzeichneten ein sehr starkes erstes Quartal. Nach dem starken Jahresauftakt sollte eine nun erwartet nachlassende Neuemissionstätigkeit die Märkte unterstützen.
Im Aktiensegment dürften unvermindert Unternehmen mit KI-Bezug im Fokus stehen, denn die fundamentalen Trends sind intakt. Künstliche Intelligenz-Anwendungen werden im breiten Markt ankommen, weshalb sich durchaus ein Blick auf Unternehmen aus anderen Branchen lohnt. Die initiale Entwicklungsphase von KI ist vorüber und nun geht es um den effizienten Einsatz. Allerdings bleibt die Halbleiterindustrie ein wichtiger Spielball im Großmachtwettbewerb zwischen den USA und China. Die Einzeltitelauswahl wird im Rahmen einer zunehmenden Differenzierung im Technologiesektor immer wichtiger.
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Stand aller Informationen, Darstellungen und Erläuterungen: 3. April 2024, soweit nicht anders angegeben.
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