Source: https://www.union-investment.de/blog/250_jahre_fonds
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Eine Erfolgsgeschichte auf Zeitreise
Freitag, 18.10.2024
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Stellen Sie sich vor, es ist das Jahr 1774. Die Erfindung der Dampfmaschine hatte ein paar Jahre zuvor das Industriezeitalter eingeläutet und eine der ersten großen Finanzkrisen ist gerade am Abklingen: Viele Banken sind pleite – Geldanleger haben ihr Vermögen verloren. Im Kerzenschein sitzt ein dreißigjähriger Kaufmann aus den Niederlanden über seinen Geschäftsbüchern – es ist Adriaan (Abraham) van Ketwich. Er fragt sich, wie sich die Anleger zukünftig vor Totalverlusten besser schützen könnten. Plötzlich hat er eine Eingebung: Wenn sich viele Investoren zusammentun, kann eine große Kapitalmenge in verschiedene Wertpapiere investiert werden. Damit lässt sich das Risiko einzelner Wertpapiere streuen! Kurz darauf legt van Ketwich den ersten Investmentfonds auf. Er gibt ihm den passenden Namen: “Eendragt Maakt Magt” (Einigkeit macht stark). Eine kleine Idee des Kaufmanns, ein großer Schritt für die Finanzwelt.
Schnelles Vorspulen ins Heute, 250 Jahre später: In diesem Jahr feiern wir das Jubiläum dieser bahnbrechenden Idee. Investmentfonds haben sich seit van Ketwichs Zeiten rasant weiter entwickelt, aber die Grundprinzipien sind gleich geblieben: gestreutes Risiko durch solidarisches Investieren. Heute sind Investmentfonds eine beliebte Anlageform, dank ihrer Risikostreuung und des zusätzlichen Anlegerschutzes sowie des professionellen Fondsmanagements.
Der kurze Film nimmt Sie mit auf eine Zeitreise durch die Geschichte der Investmentfonds.
In den 1770er-Jahren erlebte Europa eine ernsthafte Finanzkrise. Betroffen und Auslöser waren die Bankgeschäfte in England, Schottland und den Niederlanden. Kredite wurden damals großzügig und teils ungeprüft vergeben. Als viele der Kredite platzten, kam es zu einer Insolvenzwelle von Banken und Geschäftsleuten. Die Einlagen der Banken gingen verloren und damit auch die Ersparnisse vieler Privatpersonen, die den Banken ihr Geld anvertraut hatten.
Das war für van Ketwich der Anlass, über andere Formen des Investierens nachzudenken. Sein Ziel war es, die Anlagerisiken zu verteilen und gleichzeitig eine Möglichkeit zur Vermehrung ihres Vermögens zu bieten. Der „Vater der Investmentfonds“ gab mit dem Fonds „Einigkeit macht stark“ (1774) anfänglich 2.000 Anteile aus und das Kapital wurde in mindestens 2.000 verschiedene Wertpapiere investiert, um das Risiko breit zu streuen. Dieser erste Fonds investierte hauptsächlich in Rentenpapiere, also Anleihen, und nicht in Aktien. Die geografische Streuung umfasste Europa, die niederländischen Kolonien sowie Mittel- und Südamerika. Bereits zwei Jahre später (1776) managte der Niederländer einen zweiten Fonds: Den „Voordelig en Vorsigtig“. Fonds sind damit fast so alt wie die Dampfmaschine, aber älter als die erste Dampflok, die erst Jahre später (1804) erfunden wurde.
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Trotz des Erfolges der van-Ketwich-Fonds, hat es noch Jahrzehnte gedauert, bis die britische West Cornwall Mines Investment Company 1836 einen weiteren Fonds auflegte. Es konnte also schon in Fonds investiert werden, bevor das Telefon, Glühbirnen oder der Fernseher erfunden wurden. Vor 1930 gab es in den USA bereits acht Investmentfonds. Doch dann kamen die Wirtschaftskrise und der Börsencrash von 1929. An dem sogenannten „Schwarzen Freitag“ verloren viele Investoren ihr Geld, Missstände bei den Kapitalgesellschaften wurden offensichtlich und die ganze Investmentbranche verlor ihren guten Ruf. Erst mit dem Investment Company Act von 1940, durch den Investmentunternehmen zum Schutz der Privatanleger stärker reguliert wurden, konnte das Vertrauen der Anleger zurückgewonnen werden. So wurde zum Beispiel die Registrierungs- und Offenlegungspflicht für Investmentgesellschaften eingeführt. Das bedeutete auch, dass Jahresberichte dokumentieren, was in den Fonds geschieht. Dies führte zu einem zweiten, nachhaltigeren Aufschwung von Investmentfonds.
In Deutschland waren es die Nachkriegsjahre, die die Fondsidee auf den Plan riefen. Deutsche Unternehmen benötigten nämlich dringend Geld, um in den Wiederaufbau der Produktion investieren zu können. So wurde 1950 der erste Fonds in Deutschland aufgelegt – die vollautomatische Waschmaschine kam erst ein Jahr später auf den Markt.
Der erste Fonds von Union Investment – Uni Fonds – wurde 1956 aufgelegt. 1960 folgte der UniGlobal und Jahr 1966 UniImmo: Deutschlands erster Immobilienfonds. Anlage- und Auszahlpläne bot Union Investment ab 1967 an. Das Gesamtkonzept, also die Möglichkeit, globales Finanzwissen durch Profis mit regionaler Kundennähe der Genossenschaftsbanken zu nutzen, kam bei den Anlegern gut an: Schon 13 Jahre nach der Gründung von Union Investment stieg das verwaltete Fondsvermögen auf über eine Milliarde D-Mark. Heute legen mehr als 5,8 Millionen Kunden ihr Geld in über 230 Fonds von Union Investment an.
Der Vater des Fondsinvestments hat übrigens auch den Beruf erfunden, den heute Fondsmanager ausüben. Damals legte van Ketwich fest, dass drei Fachleute zustimmen mussten, bevor investiert wurde. Die Aufgaben haben sich mit der Zeit erweitert: Insgesamt hat sich das Fondsmanagement von einer einfachen Geldverwaltung zu einem komplexen, datengesteuerten Beruf entwickelt, der darauf abzielt, das Vermögen der Anleger zu verwalten und zu vermehren.
Würde van Ketwich in der heutigen Zeit leben, hätte er Zugang zu modernen Technologien, zu Echtzeit-Marktdaten und fortschrittlichen Analysewerkzeugen. Er könnte auch gezielt in nachhaltige und sozial verantwortliche Unternehmen investieren und damit positive soziale und ökologische Ziele unterstützen. Investmentfonds sind nämlich nicht nur eine Geldanlage für Investoren, sondern helfen auch dabei, dass Geld dort ankommt, wo es gebraucht wird. Heute sind insbesondere eine Nachhaltigkeitsstrategie und die ESG-Kriterien immer wichtiger im Fondsmanagement: Eine wachsende Anzahl von Fonds berücksichtigt Umwelt-, Sozial- und Geschäftsführungskriterien (ESG). Nicht zuletzt auch deswegen, weil immer mehr Geldanleger transparente Informationen über die Nachhaltigkeitskriterien der Fonds einfordern.
Zukünftig werden Individualisierung und Digitalisierung eine noch größere Rolle spielen: Fondsmanager werden stärker auf die individuellen Bedürfnisse ihrer Investoren eingehen können und maßgeschneiderte Anlagestrategien werden ebenfalls immer wichtiger.
Das Geniale an van Ketwichs Idee liegt in der Einfachheit: die Bündelung verschiedener Investitionen in einem „Topf“. Viele Anleger zahlen Geld in einen Fonds ein und werden Besitzer von unterschiedlichen Aktienanteilen. Das können Einmalzahlungen sein oder Sparplanraten. So können Anleger mit vergleichsweise geringem Geldeinsatz an der Entwicklung verschiedener Unternehmen teilnehmen und gleichzeitig ihr Anlagerisiko reduzieren. Damit war eine einfache Risikostreuung erfunden, die nun auch Kleinanleger nutzen konnten: Mögliche Verluste einzelner Werte können durch Gewinne anderer ausgeglichen werden.
Adriaan van Ketwich würde sich wahrscheinlich freuen, wie erfolgreich und beliebt seine Idee auch viele Jahre nach seinem Tod noch ist. Dazu ein paar Zahlen: In der EU sind laut dem Bundesverband Investment und Asset Management e. V. (BVI) 14 Billionen Euro von privaten und institutionellen Anlegern in Fonds investiert, 4 Billionen Euro davon stammen von Anlegern aus Deutschland. Damit ist Deutschland der mit Abstand größte EU-Fondsmarkt. In den letzten 10 Jahren verdoppelte sich hierzulande der Zufluss an Geldern in Fonds, das heißt: Jährlich wurden durchschnittlich 8,1 Prozent mehr Geld in Investmentfonds angelegt. Mittlerweile investieren 50 Millionen Bundesbürger in Fonds – direkt in Publikumsfonds oder indirekt durch Beiträge bei Großanlegern wie Versicherern oder Pensionskassen (institutionelle Anleger).
Das liegt auch daran, dass Fonds heutzutage – zum Schutz der Anleger – strenger reguliert werden. So sind die Fondsgesellschaften mittlerweile dazu verpflichtet, ausschließlich im Interesse der Anleger zu handeln. Dass die Regeln auch befolgt werden, überwacht die Aufsichtsbehörde Bafin (Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht).
Wichtig zu wissen: Fonds sind rechtlich Sondervermögen. Das bedeutet, dass die eingezahlten Gelder bei einer Depotbank verwahrt werden und im Falle des Ausfalls des Fondsanbieters gesichert sind.
Schon ab 25 Euro bieten Investmentfonds Sparern einen einfachen Zugang zu Megatrends oder neuen Anlagethemen wie künstliche Intelligenz , Kryptowährungen , Fonds mit Nachhaltigkeitsstrategie oder Infrastruktur.
Wenn auch Sie von der van-Ketwich-Idee profitieren möchten, dann fragen Sie Ihren Bankberater aus der genossenschaftlichen Bankengruppe nach Investmentfonds. Gemeinsam werden Sie einen passenden Fonds für Ihre Geldanlage finden.
Bitte lesen Sie den Disclaimer.
119 von 123 Personen fanden diesen Eintrag hilfreich.
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9 Beiträge
Jan 25.10.2024
Es ist ein Vergnügen Ihre Texte zu lesen !
Antworten
Petra Jagusch 25.10.2024
Sehr informativ. Und gut zu lesen.
Gerhard Winkler 25.10.2024
Antwort zu Kommentar von Petra Jagusch
Ich investiere bereits in Ihre Investment-Fonds. Trotzdem ist es gut eigenes Wissen immer wieder durch entsprechende Informationen und Text aufzufrischen.
Kai Ahnung 25.10.2024
Moin Moin, 👍👍
**M.M.**26.10.2024
Sehr unterhaltsam und interessant. Weiter so!
BH 27.10.2024
Sehr guter Beitrag und informativ.
Tom 28.10.2024
Interessanter Artikel, der auch mal die historische Dimension ausleuchtet!!
Bühren, Werner 30.10.2024
Ein aufschlussreicher Beitrag, den man gerne jedem Fondsanleger empfehlen kann.
Edgar Schellen 20.12.2024
Moin, moin Ich besitze ebenfalls seit Jahren mehrere Aktienfonds und bin damit sehr gut aufgestellt. Natürlich gibt es immer Höhen und Tiefen. Er ist ja langfristig angelegt. Jedenfalls ist es besser als in einzelne Aktien zu investieren. Ich wusste auch nicht das die Idee des Fonds schon 250 Jahre alt ist. Auf die nächsten Jahre und Jahrzehnte.
Kimmelmann Anton 21.1.2025
Ich bitte um einen Kontoauszug herkömmlicher Art!
awerwer
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