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Startseite Aktuelle Nachrichten Waffenstillstand lässt Märkte aufatmen
08.04.2026
Washington und Teheran haben in der Nacht zum Mittwoch eine zweiwöchige Waffenruhe verkündet. Der Ölpreis fiel daraufhin unter die 100-Dollar-Marke, Aktien legten weltweit zu. Eine aktuelle Einschätzung von Union Investment.
Kurz vor Ablauf des US-Ultimatums an den Iran zur Öffnung der Straße von Hormus haben Washington und Teheran in der Nacht zum 8. April eine zweiwöchige Waffenruhe verkündet. Die USA haben eine Aussetzung der Luftangriffe zugesichert, sollte der Iran die Meerenge wieder für den Schiffsverkehr freigeben. Der Iran hat die Vereinbarung bestätigt und eine „sichere Durchfahrt“ (allerdings unter bestimmten Einschränkungen) zugesagt.
Im frühen Handel am Mittwoch reagierten die Kapitalmärkte erleichtert. Der Ölpreis gab spürbar nach und sank unter die Marke von 100 US-Dollar je Barrel der Sorte Brent. In Asien verzeichneten die Aktienmärkte Kurszuwächse, und auch in Europa verlief der Handelsstart sehr positiv. An den Anleihemärkten gaben die Renditen deutlich nach.
Die Einigung ist noch sehr frisch. Insofern können über die tatsächliche Einhaltung der Vereinbarung (vor allem im Hinblick auf die Öffnung der Straße von Hormus) noch keine verlässlichen Angaben gemacht werden. Allerdings haben beide Parteien ein Interesse an einer Feuerpause. Daher spricht aus Sicht von Union Investment viel dafür, dass die Regelung „trägt“ und es zumindest zu einem vorläufigen Ende der Kämpfe kommen könnte.
Im nächsten Schritt sollen am kommenden Freitag in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad Verhandlungen über eine längerfristige Lösung beginnen. US-Präsident Donald Trump hat bereits signalisiert, dass der von der iranischen Führung vorgelegte „Zehn-Punkte-Plan“ eine praktikable Grundlage für Verhandlungen darstellt.
Union Investment hält einen Deal in zwei Wochen für eher unwahrscheinlich. Sofern der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus allerdings mehr oder weniger frei möglich ist, gehen die hauseigenen Experten davon aus, dass es zu einer Verlängerung des Ultimatums kommt und nicht zu einer weiteren Eskalation. Letztendlich haben die vergangenen Tage gezeigt, dass Trumps größtes Hindernis auf dem Weg zu einer Deeskalation die Straße von Hormus ist. Alle anderen vermeintlichen und weniger sichtbaren Ziele hat er bereits mehrfach als erreicht und übertroffen erklärt. Insofern dürfte das Interesse an einer Wiederaufnahme der Kampfhandlungen begrenzt sein.
Die Experten von Union Investment rechnen nach wie vor mit einem zeitnahen Ende des militärischen Konflikts und interpretieren die jüngste Entwicklung als Bestätigung der hauseigenen Position. Zwar bleibt die Lage für den Moment fragil, und eine abschließende Befriedung ist noch nicht erreicht. Gleichzeitig geht Union Investment aber davon aus, dass die nun verkündete Waffenruhe halten dürfte und in der Folge weitere Vereinbarungen für eine dauerhafte Beendigung des militärischen Konflikts getroffen werden könnten – selbst wenn dafür mehr Zeit benötigt werden sollte. Dafür müsste die zweiwöchige Feuerpause verlängert werden.
Diese Entwicklung vorausgesetzt erwarten die hauseigenen Experten im weiteren Zeitablauf eine schrittweise Rückkehr in das konstruktive Kapitalmarktumfeld vor Ausbruch des Krieges. Die zuletzt angestiegene Inflation dürfte sich nach und nach zurückbilden, was geldpolitische Gegenmaßnahmen (etwa durch Leitzinsanhebungen) nicht mehr nötig machen würde. Gleichzeitig rechnet Union Investment damit, dass größere Wachstumseinbußen für die Weltwirtschaft abgewendet sein könnten. Nach aktueller Bewertung dürften damit die bereits zuvor maßgeblichen Treiber – wie die gute Gewinnentwicklung der Unternehmen und die Aussicht auf ein anziehendes Wirtschaftswachstum bei gleichzeitig eher unterstützender Geldpolitik – wieder die Oberhand gewinnen, sobald die aktuell noch vorhandene Unsicherheit abklingt.
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