Source: https://www.union-investment.de/blog/unternehmensanleihen_im_check
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Die Anleihemärkte befinden sich im Umbruch. Das eröffnet Anlegerinnen und Anlegern neue Möglichkeiten.
Dienstag, 28.04.2026
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Seit der Zinswende von 2022, als die Europäische Zentralbank (EZB) aufgrund der stark gestiegenen Inflation im Euroraum ihre langjährige Phase von Null- und Negativzinsen beendete und begann, die Leitzinsen anzuheben, gibt es wieder nennenswerte Zinsen. Auch für 2026 erwarten die Experten von Union Investment allein aufgrund gestiegener Renditen am Rentenmarkt im Zuge des Irankriegs wieder interessante Anlagechancen. Anlegerinnen und Anleger, die am aktuellen Zinsniveau teilhaben möchten und auf der Suche nach Renditeaufschlägen sind, können unter anderem bei Unternehmensanleihen guter Bonität und mit kürzeren Laufzeiten fündig werden. In einem Marktumfeld mit eher zunehmenden Herausforderungen ist es aber sehr wichtig, einzelne Anleihen sorgfältig auszuwählen – eine für Anleger nicht ganz einfache Aufgabe.
Die Stabilität von Unternehmensanleihen hängt stark von der Bonität des Unternehmens ab. Neben Unternehmensanleihen, die als Beimischung in einem Depot interessant sein können, gibt es jedoch auch andere Anleihearten. So bieten beispielsweise sogenannte Covered Bonds – also besonders gesicherte Anleihen – sowie Anleihen aus Schwellenländern und europäischen Peripheriestaaten zusätzliche Renditemöglichkeiten im Vergleich zu klassischen Staatsanleihen. Dabei sollten Anlegerinnen und Anleger sich jedoch vor Augen halten, dass die Entwicklung der Renditen auch bei Unternehmensanleihen aufgrund von sich verändernden Marktbedingungen günstiger oder ungünstiger ausfallen kann. Zusätzlich bestehen Risiken durch Bonitätsrisiken einzelner Emittenten oder Vertragspartner sowie durch erhöhte Kursschwankungen und Ausfälle insbesondere bei hochverzinslichen Wertpapieren.
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Anleihen sind im Kern nichts anderes als Schuldverschreibungen: Ein Emittent – also derjenige, der die Anleihe herausgibt – leiht sich Geld von Investoren und zahlt dafür einen festgelegten Zinssatz über eine bestimmte Laufzeit. An deren Ende wird der ursprünglich geliehene Betrag zurückgezahlt. Unternehmensanleihen funktionieren nach genau diesem Prinzip – mit dem Unterschied, dass nicht ein Staat, sondern ein Unternehmen der Schuldner ist. Das können große, bekannte Konzerne sein, aber auch mittelständische Unternehmen, die sich über den Kapitalmarkt finanzieren.
Statt Kredite ausschließlich bei Banken aufzunehmen, geben Unternehmen Anleihen aus und laden Anleger ein, ihnen direkt Kapital zur Verfügung zu stellen. Im Vergleich zu Staatsanleihen bieten sie laut Experten von Union Investment in der Regel einen höheren Zinssatz – den sogenannten Renditeaufschlag oder „Credit Spread“. Dieser entschädigt Investoren dafür, dass Unternehmen ein höheres Ausfallrisiko haben als Staaten. Doch genau hier liegt eine bemerkenswerte Entwicklung: Dieses jahrzehntelang gültige Prinzip gerät nämlich ins Wanken.
Während viele Staaten ihre Schulden in den vergangenen Jahren massiv ausgeweitet haben, beobachten die Experten von Union Investment, dass sich diverse Unternehmen bilanziell in ausgesprochen robuster Verfassung befinden. Zudem sind im vergangenen Jahr die Anleihemärkte der wichtigsten Staaten wie Japan, Deutschland, den USA und Großbritannien dagegen gestiegen. Die Fondsgesellschaft erwartet für 2026, dass sich der Trend zu höheren Renditen weiter fortsetzt, wenn auch mit abgemildertem Tempo – und bevorzugt deshalb Unternehmensanleihen mit kürzeren Laufzeiten.*
Ein weiterer Aspekt von Unternehmensanleihen ist die Stabilität. Anders als Aktien unterliegen sie geringeren Kursschwankungen. Wer sein Portfolio also um eine interessante Komponente ergänzen möchte, findet hier eine solche Option. Wie bei jeder Anlageform gibt es allerdings auch bei Unternehmensanleihen Risiken, die man im Blick behalten sollte: Steigen die Marktzinsen, können die Kurse der Anleihen fallen – und im Fall einer finanziellen Schieflage des Unternehmens besteht das Risiko, dass Zinszahlungen ausbleiben, die Kurse aufgrund ansteigender Risikoprämien fallen oder das investierte Kapital nicht vollständig zurückgezahlt wird. Eine breite Streuung über verschiedene Herausgeber von Wertpapieren und Branchen, etwa über aktiv gemanagte Rentenfonds, kann dazu beitragen, dieses Risiko zu reduzieren.
Mit Rentenfonds investieren Anleger in verzinsliche Wertpapiere (auch Renten und Anleihen genannt) und können so ein bestimmtes Zinsniveau für sich nutzen. Das Fondsmanagement wählt dafür möglichst attraktive Wertpapiere aus und streut das Kapital über eine Vielzahl von Anleihen. Die Kurse der Wertpapiere im Fonds können schwanken, etwa durch Veränderungen am Kapitalmarkt oder wenn der Wert des Euro gegenüber der Währung des Papiers steigt. Währungsänderungen können sowohl eine Ertragschance als auch ein Risiko für Verluste sein.
Drei Fragen an Christian Kopf, Leiter Portfoliomanagement Renten bei Union Investment*
Herr Kopf, warum gelten Unternehmensanleihen für Sie als ein „Ruhepol“ am Kapitalmarkt?
Wir vom Fondsmanagement bei Union Investment beobachten, dass sich die Staaten immer stärker verschulden, während die Unternehmen gleichzeitig hohe Gewinne erzielen und bilanziell stabil aufgestellt sind. Das gilt besonders für die USA, wo die aktuelle Regierung Steuererleichterungen für die Unternehmen durch höhere Staatsschulden ermöglicht. Wir sehen aber auch im Euroraum, wie sich die Bonität, also die Kreditwürdigkeit einer Firma oder Institution, gewissermaßen vom Staat in den Privatsektor verlagert – gleichwohl nur in abgeschwächter Form. In diesem Umfeld sind Unternehmensanleihen für uns tatsächlich so etwas wie ein Ruhepol – auch wenn sie in der Regel ein höheres Risiko als Staatsanleihen tragen.
Unternehmensanleihen waren zurückblickend stabiler als andere Wertpapiere wie Aktien – aber gilt das auch für die Zukunft?
Wir haben gesehen, dass die Kursschwankungen bei Unternehmensanleihen in der Vergangenheit geringer waren als bei Aktientiteln. Wer in der Vergangenheit in einen breit gestreuten Unternehmensanleihefonds investiert hat, konnte in ruhigen Kapitalmarktphasen eine stetige Wertentwicklung erleben. Dennoch gibt es auch bei Unternehmensanleihen beispielsweise kapitalmarktbedingte Kurs- und Ertragsschwankungen, sodass zukünftige Ergebnisse etwa in unruhigen Kapitalmarktzeiten sowohl niedriger als auch höher ausfallen können.
Wir im Fondsmanagement sehen aktuell, dass einige Unternehmensanleihen von sehr kreditwürdigen Firmen – etwa Luxusgüterkonzerne, stabile Versicherer oder gut aufgestellte Banken – sogar niedrigere Renditen bieten als die Staatsanleihen ihres Heimatlandes.
Worauf sollten Anleger achten, die jetzt Geld in Unternehmensanleihen investieren möchten?
Die Laufzeiten sind wichtig. Unternehmensanleihen mit kurzen bis mittleren Laufzeiten sind weiterhin interessant. Und wir beobachten, dass es aufgrund gestiegener Renditen im Zuge des Irankriegs am Rentenmarkt interessante Anlagechancen gibt. So können Anlegerinnen und Anleger vom aktuellen Zinsniveau profitieren, indem sie sich an bereits am Rentenmarkt befindlichen Anleihen orientieren. Auf der Suche nach Renditeaufschlägen können sie unter anderem bei Unternehmensanleihen guter Bonität fündig werden.
Unternehmensanleihen können eine sinnvolle Ergänzung im Depot sein. Dennoch gilt: Kursschwankungen sind möglich, und nicht jedes Produkt passt zu jeder Lebenssituation. In einem persönlichen Gespräch mit Ihrem Bankberater können Sie mehr über Fonds mit Unternehmensanleihen erfahren und gemeinsam herausfinden, welche Anlagemöglichkeiten zu Ihren individuellen Zielen passen.
* Hinweis: Es handelt sich bei den Einschätzungen in diesem Beitrag/Interview nicht um eine Garantie oder einen konkreten Wert. Die tatsächlichen Erwartungen können, insbesondere unter marktbedingten Umständen, auf die Union Investment keinen Einfluss hat, positiver oder negativer sein.
Bitte lesen Sie den Disclaimer.
42 von 46 Personen fanden diesen Eintrag hilfreich.
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1 Beiträge
Stephan Ebner 30.4.2026
Der Beitrag ist gut ! Leider fehlen konkrete Empfehlungen wie RWE ja/nein, Porsche ja/nein, IKB ja/nein, EON ja/nein und zur Laufzeit. Wie sehen Sie Auslands- bzw. Währungsanleihen ? Danke für Ihre Rückmeldung
Antworten
Union-Investment 30.4.2026
Antwort zu Kommentar von Stephan Ebner
Guten Tag Herr Ebner, wir freuen uns, das Ihnen der Artikel gefällt. Wir können allerdings keine Empfehlungen aussprechen. Daher bitten wir Sie, wie im letzten Absatz des Artikels beschrieben, sich wegen eines persönlichen Gespräches mit Ihrem Bankberater in Verbindung zu setzen. Viele Grüße und ein schönes Wochenende Steffi Rogge
awerwer
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