Source: https://www.union-investment.de/blog/europaeische_rentenmodelle2
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Startseite Blog Wie drei Länder in Europa den Rentenkollaps verhindern wollen
So sorgt man in Deutschland, Großbritannien und in den Niederlanden vor.
Donnerstag, 04.12.2025
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Der „Generationenvertrag“ vieler europäischer Länder gerät durch den demografischen Wandel ins Wanken. 2025 müssen laut Recherchen der Wirtschaftszeitung Handelsblatt beispielsweise in Deutschland bereits 37,5 Rentner von 100 Beitragszahlern finanziert werden. Die Autoren berufen sich dabei auf Zahlen der Deutschen Rentenversicherung, und die prognostiziert, dass im Jahr 2050 sogar 55 Rentner auf 100 Beitragszahler kommen.1
Aus diesem Grund kann laut den Vorsorgeexperten von Union Investment künftig von den gesetzlichen Rentenversicherungen nicht viel erwartet werden. Und nicht jeder verfügt über eine zusätzliche betriebliche Altersvorsorge. Umso mehr steigt die Bedeutung der privaten Altersvorsorge. In Deutschland ist zum Beispiel die Riester-Rente eine staatlich geförderte Möglichkeit, um zusätzlich vorzusorgen.
Doch wie gehen andere europäische Länder mit diesen demografischen Herausforderungen um? Ein Blick auf die unterschiedlichen Rentenmodelle zeigt: Jedes Land setzt andere Schwerpunkte bei der Altersvorsorge.
Deutschland: In Deutschland gibt es neben der gesetzlichen Rente zwei Möglichkeiten, um für das Alter zu sparen: die betriebliche und die private Altersvorsorge. Zusammen bilden diese drei das Drei-Säulen-Modell des deutschen Rentensystems. Finanziert wird die gesetzliche Rente im Umlageverfahren. Das bedeutet, dass die heutigen Beitragszahler die Rente der aktuellen Rentnergeneration bezahlen. 2024 beschloss die aktuelle Bundesregierung im Koalitionsvertrag das „Rentenpaket 2025“, das das Rentenniveau bis 2031 bei mindestens 48 Prozent des Durchschnittseinkommens stabilisieren soll. Wie es nach 2031 weitergeht, soll eine Kommission klären, die bis Ende Juni 2026 Vorschläge für eine grundlegende Reform des Rentensystems erarbeiten soll.2
Großbritannien: Im britischen Rentensystem ist die gesetzliche Rente niedrig angesetzt. Es dominiert die Altersversicherung über betriebliche und private Systeme. Die Grund- und Zusatzrenten sind umlagefinanziert und werden besteuert. Rentner, die weder eine Betriebsrente beziehen noch privat vorsorgen konnten, leben schnell an der Armutsgrenze. Seit 2025 wird zwar die gesetzliche Rente durch das „Triple Lock“-System erhöht. Mit 230,25 Pfund pro Woche entspricht die Staatsrente laut der „Pensions and Lifetime Savings Association“ (PLSA) dem Minimum-Lebensstandard für Rentner und reicht nur als Basisversorgung aus.3
Niederlande: Holland bietet im Alter eine Basisrente, die von einer verdienstabhängigen betrieblichen Altersvorsorge ergänzt wird. Die betriebliche Altersvorsorge wurde 2023 grundlegend geändert. Bis dahin war garantiert, dass Arbeitnehmer in den Niederlanden nach 40 Arbeitsjahren 70 Prozent ihres Lohnes als Rente bekommen. Das gibt es nicht mehr. Nach Angaben des internationalen Versicherungsmaklers Lockton hat heute jeder Arbeitnehmer in Holland sein eigenes Rentenkonto. Das gesparte Geld wird gemeinsam angelegt. Läuft es gut an der Börse, bekommt man mehr Rente als die bis dahin garantierten 70 Prozent des Lohns. Läuft es schlecht, bekommt man weniger. Die private Vorsorge stellt die dritte Säule dar. Sie spielt vor allem für Selbstständige eine größere Rolle. Wer ein Einkommen unterhalb des steuerlichen Grundfreibetrags oder keine Arbeit hat, wird beitragsfrei versichert.4
Der europäische Rentenvergleich zeigt deutlich: Es gibt nicht den einen richtigen Weg zur Altersvorsorge. Während Deutschland auf sein bewährtes Drei-Säulen-Modell setzt, vertraut Großbritannien primär auf private und betriebliche Vorsorge mit einer minimalen Staatsrente. Die Niederländer kombinieren einen niedrigschwelligen Zugang zu einer Basisrente für alle Bürger (die mindestens ein Jahr in den Niederlanden wohnen) mit einer starken zweiten Säule der betrieblichen Altersvorsorge. Die europäischen Nachbarn und auch Deutschland reagieren jedoch auf die gleiche demografische Realität – und passen ihre Systeme entsprechend an. In allen drei Ländern gewinnt die private Vorsorge an Bedeutung. Der demografische Wandel zwingt Europa zu einem Paradigmenwechsel: weg von der alleinigen Staatsabhängigkeit, hin zu mehr Eigenverantwortung bei der Altersvorsorge.
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4 Beiträge
Siggi 6.12.2025
Das schlimme ist das viele es erst gar nicht bemerken und andere erst wenn es viel zu spät für Sie ist. Genau da müssen Finanzinstitute proaktiv auf Ihre Kunden zugehen!
Antworten
Schmitz Franz 19.12.2025
Es muss der jungen Generation kl.ar ghemacht werden dass der Staat nicht für alles AUFKOMMEN KANN:
Gerhard 19.12.2025
Private Vorsorge ist gut. Schlecht ist, dass von der betrieblichen Versorgung der volle Krankenversicherungsbeitrag bis zur Beitragsbemessungsgrenze bezahlt werden muß. Dies schmälert die Auszahlungen erheblich.
Hartmut Rencker 23.12.2025
Private Vorsorge kann nur finanzieren, wer nicht darauf angewiesen ist.
awerwer
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