Source: https://www.union-investment.de/blog/emerging_markets_aktien
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Was sind die sogenannten Emerging Markets? Und was zeichnet diese Anlageklasse aus? Lesen Sie, was Sie als Anleger dazu wissen sollten.
Montag, 11.08.2025
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Finanzexperten sprechen immer wieder von Schwellenländern oder aufstrebenden Volkswirtschaften, den sogenannten Emerging Markets (EM). Was aber ist das Besondere dieser Anlageklasse, und warum kann diese für Sie als Anleger interessant sein?
Immer wieder ist die Rede von den „BRICS“-Staaten, den dynamischen „Tigerstaaten“ Asiens beziehungsweise den südostasiatischen „Pantherstaaten“ oder den „Next Eleven“. Hinter diesen klangvollen Namen verbergen sich Länder, die sich in den vergangenen Jahrzehnten zu den spannendsten Wachstumsmärkten der Welt entwickelt haben und meist als Schwellenländer oder Emerging Markets bezeichnet werden. Diese aufstrebenden Volkswirtschaften, vor allem in Asien, Mittel- und Südamerika sowie in Afrika, entwickeln sich oft mit großen Schritten und spielen zunehmend eine Rolle für die Weltwirtschaft und die Kapitalmärkte.
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Wenn die Volkswirte von Union Investment von den Schwellenländern sprechen, geben bereits die Zahlen einen Eindruck von dem Potenzial, das in ihnen steckt: Inzwischen zählen 156 der insgesamt 195 Staaten der Welt zu den Schwellen- oder Entwicklungsländern (letztere auch Frontier Markets genannt). Sie nehmen rund drei Viertel der Landfläche der Erde ein, auf denen etwa 86 Prozent der Weltbevölkerung leben. Mit knapp 60 Prozent des globalen Bruttoinlandsprodukts treiben sie das globale Wachstum maßgeblich voran. Vor der Coronapandemie wuchsen diese Länder durchschnittlich um zwei Prozent schneller als die Industrienationen. Von dem Schock der Pandemie haben sich viele dieser aufstrebenden Volkswirtschaften schneller als erwartet erholt. Insbesondere asiatische Länder wie China, Südkorea und Taiwan profitierten dabei von ihren starken Technologiebranchen.1
Laut Internationalem Währungsfonds (IWF) dürfte das Bruttoinlandsprodukt sowohl in den Emerging Markets als auch in den Frontier Markets 2025 und 2026 pro Jahr um insgesamt 4,2 Prozent wachsen, was weit über den Wachstumserwartungen der Industrieländer liegt. Einige Staaten – wie Indien oder China – dürften sogar noch darüber liegen.2 Die starke Wachstumsdynamik der Schwellenländer hat viele Ursachen, so die Experten von Union Investment. Das zeige ein Blick auf einige der 24 Staaten, deren Aktien im MSCI Emerging Markets Index gelistet sind. In diese Staaten fließt ein Großteil der weltweiten Schwellenländerinvestitionen. Ihre Entwicklung ist ein Spiegel dafür, auf welchen unterschiedlichen Faktoren der wirtschaftliche Aufschwung in den Schwellenländern beruhen kann.
So wird Indiens Wachstum vor allem durch seine junge Bevölkerung, eine wachsende Mittelschicht, Innovationen im Bereich Digitalisierung und wirtschaftliche Reformen angetrieben.3 Chinas wirtschaftliche Stärke basiert hingegen gemäß den Volkswirten von Union Investment auf seiner großen Bevölkerung, einer starken Exportorientierung, einer führenden Position bei neuen Technologien, insbesondere der Halbleitertechnologie und Elektromobilität, und einer konsumfreudigen Mittelschicht. Im Gegensatz zu Indien hat China allerdings durch die jahrzehntelang verfolgte Ein-Kind-Politik ein demografisches Problem und droht zu überaltern.4 Brasilien verdankt seine Wachstumsdynamik wiederum einer jungen Bevölkerung, reichen Rohstoffvorkommen, einer vielfältigen Industrie und seinem großen Binnenmarkt.5
Innerhalb der Schwellenländer gibt es allerdings deutliche Unterschiede in der Entwicklung der einzelnen Märkte. Und jeder Staat hat neben den individuellen Wachstumsfaktoren seine ganz eigenen Herausforderungen, auf die die Experten von Union Investment in ihren Analysen ebenso achten. Indien zum Beispiel müsse noch an seinen Infrastrukturdefiziten arbeiten, soziale Ungleichheiten beheben sowie eine überbordende Bürokratie und Korruption abbauen und bekämpfen. Die Volksrepublik China muss dagegen nach Ansicht der Volkswirte von Union Investment große Anstrengungen unternehmen, um seine export- und investitionsgetriebene Wirtschaft hin zu mehr Dienstleistung und Binnenkonsum zu wandeln. Außerdem hat das Reich der Mitte neben den erwähnten demografischen Sorgen auch große Umweltprobleme und soziale Spannungen zu bewältigen. Hinzu kommen internationale Spannungen und Handelskonflikte, die das Wachstum und die Stabilität Chinas beeinträchtigen können. In Brasilien zählen die Experten von Union Investment unter anderem Korruption, Bürokratie und soziale Ungleichheiten zu den großen Hemmschuhen für weiteres Wachstum.
Schwellenländer weisen auch Stärken auf, da viele Emerging Markets weniger stark vom Handelskonflikt zwischen den USA und China sowie der Europäischen Union (EU) betroffen sind. Sie pflegen zum Teil enge Beziehungen mit China, und ihre Abhängigkeit ist nicht so groß, wie etwa jene der EU von den USA. Zudem sind die Wachstumsperspektiven vieler Schwellenländer aufgrund demografischer Entwicklungen und möglicher Reformen relativ gut. Dies alles zählt zu den Ergebnissen einer Analyse der Emerging Markets im Rentenfondsmanagement von Union Investment im Juni 2025. In diesem gemischten Umfeld entwickeln sich die Unternehmen, und damit die Aktien in diesen Märkten, unterschiedlich. Für die Portfoliomanager von Union Investment ist es entscheidend, bei Investitionsentscheidungen sowohl die Qualität der Geschäftsmodelle als auch geopolitische und wirtschaftliche Aspekte des jeweiligen Landes zu betrachten. Aktien aus Schwellenländern können aus Sicht der Experten Chancen bieten und zur besseren Diversifikation im Depot beitragen.
Für Sie als Privatanleger kann ein auf die Emerging Markets spezialisierter Themenfonds ein Einstieg in diese Anlageklasse sein, wenn Sie bereit sind, ein größeres Risiko zu tragen, etwa marktbedingte Kurs- und Ertragsschwankungen oder Bonitätsrisiken einzelner Emittenten und Vertragspartner. Ihr Anlagehorizont sollte zudem mehrere Jahre betragen. Wichtig zu wissen: Obwohl die Bündelung vieler Aktientitel in einem Fonds helfen kann, Wertschwankungen abzufedern, unterliegen die renditeorientierten Themenfonds von ihrer Natur her aber auch erhöhten Kursschwankungen; Verluste beziehungsweise Ausfälle bei Anlagen in Schwellen- beziehungsweise Entwicklungsländern (zum Beispiel aufgrund politischer und rechtlicher Risiken) sind möglich. Daher sollte eine Anlage nur als Beimischung im Depot dienen.
BRICS: Das steht für Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika. Es handelt sich um die fünf wichtigsten aufstrebenden Volkswirtschaften, die zusammen eine bedeutende Rolle für das globale Wachstum spielen.
Tigerstaaten: Ursprünglich bezieht sich dieser Begriff auf die vier schnell wachsenden Volkswirtschaften in Ost- und Südostasien: Südkorea, Taiwan, Hongkong und Singapur. Sie verzeichneten bereits in den 1980er und 1990er Jahren ein rasantes Wirtschaftswachstum.
Pantherstaaten: Das sind die vom Wachstumspotenzial den Tigerstaaten folgenden südostasiatischen Länder: Indonesien, Malaysia, die Philippinen, Thailand und Vietnam.
Next Eleven: Dieser Begriff bezeichnet elf Länder mit großem wirtschaftlichem Entwicklungspotenzial: Bangladesch, Ägypten, Indonesien, Iran, Mexiko, Nigeria, Pakistan, die Philippinen, Südkorea, die Türkei und Vietnam.
MINT-Staaten: Ein weiteres Akronym für vier aufstrebende Volkswirtschaften: Mexiko, Indonesien, Nigeria und die Türkei.
Sie haben Interesse an Anlagemöglichkeiten in den Schwellenländern? Wenn Sie sich für spezielle Themenfonds interessieren, vereinbaren Sie gerne einen individuellen Beratungstermin in einer Geschäftsstelle der genossenschaftlichen Bankengruppe .
[FS1] e-fundresearch.com: „Emerging Markets nach Covid: Wie geht es weiter?“, 18. März 2021. [FS2] berlintoday.com: „IWF prognostiziert ein globales Wirtschaftswachstum von 3,3 % mit regionalen Unterschieden“, 30. Juli 2025. [FS3] union-investment-wertvoll.de: „Ist Indien der neue Wachstumsmotor der Welt?“, 23. Juli 2025. [FS4] handelsblatt.com: „Xi fordert von Chinas Frauen ‚neuen Trend zur Familie‘“, 30. Oktober 2023. [FS5] gtai.de: „Wirtschaft in Brasilien, Germany Trade & Invest“, 30. Juli 2025.
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2 Beiträge
frenzel Reinhard 12.8.2025
UniImmo Global neuester Stand , Aussichten
Antworten
Union-Investment 12.8.2025
Antwort zu Kommentar von frenzel Reinhard
Guten Tag Herr Frenzel, vielen Dank für Ihre Anfrage. In den nächsten Tagen erhalten Sie von uns eine schriftliche Antwort per E-Mail. Viele Grüße Steffi Rogge
Andreas Schwab 28.8.2025
1. Regel für Aktien: Kein Geld anlegen, was man in absehbarer Zeit braucht. Das gilt insbesondere für risikoreiche Aktien- Anlagen. Ich habe mittlerweile ein paar Jahrzente Erfahrung und zähle die Emerging markets mit zu meinen Favoriten. Für wirklich langfristig orientierte Anleger sind sie als Beimischung zum Portfolio aus meiner Sicht nur zu empfen. Auch darauf wird im Artikel hingewiesen. Guter Artikel! mfG A. Schwab
awerwer
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